Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not

 






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18. 11 2004 - Wer hilft beim Füllen unserer Krippen?

Wenn wir in diesen letzten Tagen des Jahres auf unserem Gnadenhof Arche Noah einen Rundgang machen, kommt es uns wie ein Wunder vor, dass wir nun schon den siebten Winter am Hendlberg verbringen. Als wir Ende 1998 mit ein paar Tieren eingezogen sind, hätten wir nicht geahnt, welche Ausmaße unsere Idee einmal annehmen würde. Heute leben 240 Tiere hier und machen uns viel Arbeit – aber auch viel Freude. 

(Auch als PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)

Es war unser Wunsch, einen friedlichen Ort für gequälte Tiere zu schaffen, einen Ort, wo sich so genannte Nutztiere von dem erholen können, was Menschen ihnen angetan haben. Wir sind keine Heiligen, aber wir glauben, daß solche Orte wichtig sind – als Beispiel, daß es auch anders geht. Ein Gnadenhof wie unsere Arche Noah stellt ein paar Dinge richtig. Er signalisiert, daß es eben nicht in Ordnung ist, wenn Tiere in Massentierhaltung, auf Tiertransporten oder in den Händen gefühlloser Menschen leiden müssen. Das erklärt auch, warum wir nach wie vor kaum je ein Tier ablehnen, obwohl wir praktisch keinen Platz oder oft kein Geld mehr in der Kassa haben. Die Bauern in unserer Nachbarschaft verstehen das nicht, weil sie auf ihren Höfen gerade so viele Tiere halten, wie sie ernähren können – die anderen werden eben geschlachtet. Aber unser Gnadenhof ist kein Nutztierbetrieb, er ist eine Herberge für Tiere, die keiner mehr wollte und davon gibt es leider genug! 

Obwohl wir sparsam wirtschaften und auch die Heuernte 2004 gut war, haben wir dennoch nicht genug Futter für alle Tiere. Darum bitten wir Sie um eine Spende für Winterfutter und für Medikamente. Der Winter am steilen Hendlberg ist hart und wenn wir erst eingeschneit sind, haben wir oft wochenlang keine Chance mehr, Heu oder Stroh zu bekommen. Schon bei mildem Wetter haben wir alle Hände voll zu tun, unsere Schützlinge täglich gut zu betreuen.

Der Tag am Hendlberg ist lang

Wir vom Gnadenhof Arche Noah stecken den ganzen Tag bis über beide Ohren in Arbeit – oft auch in der Nacht. Wie sollte es auch anders sein, bei einem Hof mit 240 Tieren, die in verschiedenen Ställen, Unterständen, Weiden und teilweise sogar weiter vom Haus entfernt, untergebracht sind. Damit Sie besser verstehen können, wie es Jonathan, Daniela, der 3jährigen Luna und Dr. Franz-Joseph Plank ergeht, die sich um die Tiere kümmern, zeigen wir hier Hof und Hausweiden und schildern, wie so ein Tag auf der Arche Noah abläuft.

Sieben Hähne krähen im Morgengrauen

Als erste stehen am Hendlberg die Hühner auf. Um 6.30 Uhr öffnen wir die Hendlklappe, die das Hühnervolk vor nächtlichen Besuchen von Fuchs oder Marder schützt. Gleich stürzen die Hühner ins Freie und wer sie nun beim Scharren und Picken im Hof beobachtet, möchte nicht glauben, dass wir die meisten als federlose Gerippe hier aufgenommen haben. Als „Abfallprodukte“ der Legebatterien haben wir sie vor dem Suppentopf bewahrt und ihnen hier ein neues Leben geschenkt.

Vom Stall hinunter zum Schweinebunker

Auch der zweieinhalbjährige Norikerwallach Maxi klopft schon ungeduldig an die Stalltüre und wartet, daß seine Raufe mit frischem Heu gefüllt wird. Maxi haben wir als „Babypferd“ vor dem Schlachthof bewahrt, genauso wie unseren neuesten Mitbewohner – das Fohlen Moritz (eines von insgesamt 29 Fohlen, die wir heuer bereits freikaufen konnten). Unsere vier Rinder leisten ihnen Gesellschaft, Ferdinand, Fridolin, Flora und Friga, die aus verwahrloster Stallhaltung stammen bzw. schon hier geboren sind. Im Winter verbringen sie die Nächte im Stall, aber tagsüber gehen sie gerne ins Freie. Das ist auch wichtig, denn das bloße Stallstehen schwächt ihre Lungen und ihre Widerstandskraft. Dann heißt es alle Kräfte sammeln und mit schweren Kübeln voll Futter im meterhohen Schnee den Hendlberg hinunterstapfen. Bis zum winterfestem Schweinebau geht es extrem steil bergab. Erich, Emma und Eva fühlen sich in ihrem mit reichlich Stroh gepolsterten Zuhause sauwohl und kuscheln sich auch bei strengster Kälte gemütlich aneinander. 

Und wann gibt es eine Tasse heißen Kaffee oder Tee?

Jetzt warten auf der oberen Hausweide die Esel Pinocchio und Paulina mit ihrem Ziegenfanclub Attila, Sigi, Celeste, Gismo, Bodo und Klara. Aus irgendeinem Grund stecken diese Ziegen am liebsten mit den Eseln zusammen und wir lassen sie ihre Tierfreundschaft gern ausleben. Zum Frühstück gibt es Heu, Äpfel, trockenes Brot

und natürlich Streicheleinheiten. Die Esel haben wir im letzten Jahr vor der sicheren Fahrt in den Tod (italienische Salami) bewahrt, die munteren Ziegen wären auf einem bankrotten Gutshof beinahe verhungert.

Bevor wir dann den Hof verlassen und die auswärtig untergebrachten Tiere betreuen, kommen noch die gut 70 Kaninchen an die Reihe. Heu, Karotten und andere Leckereien schmausen die Tiere, die wir aus Versuchslabors oder Mastanstalten bekommen und liebevoll gesund gepflegt haben. Die Kaninchen haben mehrere Gehege im Freien und zwischen den einzelnen Bauten ein gefinkeltes Gangsystem gegraben, was uns leider die Geburtenkontrolle erschwert. Wir passen sehr auf, aber manchmal entwischt uns ein Männchen, bevor wir es kastrieren konnten und schon gibt es Nachwuchs ...

Das Gelände am Hendlberg ist so steil, daß unser Hof praktisch wie ein Bergbauernhof liegt. Das gefällt zwar den Tieren, intensiviert aber natürlich die tägliche Arbeit. Auch die entfernteren Weiden erfordern etliche Wegstrecken zu Fuß, per Fahrrad, Auto oder Traktor. Angrenzendes Land ist teuer und weil wir keinerlei Reserven haben, träumen wir manchmal von einer Erbschaft, welche uns den Kauf von mehr Eigengrund ermöglichen würde. Bisher noch ein Traum.

Betreuung unserer „externen“ Schützlinge

Am liebsten hätten wir unsere Tiere alle bei uns am Hof. Doch die Hofweiden sind zu klein und direkt angrenzende Grundstücke für uns unerschwinglich. Wir träumen oft von einer großen Erbschaft oder der großzügigen Spende eines Lottomillionärs, aber bis es so weit ist, müssen wir auf günstige Pachtweiden und Ställe in der Umgebung ausweichen. Unsere fünf anderen Pferde, Messalina, Beauty, Sunny, Aida und Isa, leben bei einem Bauern in der Nähe, der einen Gruppenstall und eine riesige Ganzjahresweide hat, wo sich die Pferde richtig auslaufen können. Doch auch sie müssen natürlich täglich betreut werden, was im Winter oft recht hart ist. Auch die 23 Schafe sowie die restlichen Ziegen sind auf Nachbarweiden daheim und werden von uns versorgt. Mit ihrer natürlich dichten Wolle haben sie keine Probleme bei Kälte.

Tierbetreuung ist bei uns ein 24-Stundenjob

Sie verstehen nun sicher, daß auf unserem Gnadenhof die Arbeit nicht knapp ist. Die Tiere müssen versorgt werden, Reparaturen fallen an, irgendetwas Unvorhergesehenes passiert auch immer. Ein Tier verletzt sich oder wird krank. Tiere aus Massenhaltung oder Labors sind anfälliger, weil ihr Immunsystem schwächer ist. Gut, daß wir den Tierarzt im Haus haben. Dr. Plank muß manchmal auch nachts nach einem Tier sehen oder gar bei ihm wachen. Jonathan, Daniela und Luna kümmern sich sowieso um alle Tiere, die kleine Luna füttert schon die Hühner. Dr. Plank ist Dauer-Bereitschaftstierarzt für die Gnadenhoftiere. Dazu sitzt er oft noch nachts vor dem Computer, sucht Plätze für Tiere, die wir nicht aufnehmen können, beantwortet Spenderpost. Tatkräftig unterstützt wird er bei all diesen Arbeiten von Frau Ecker und Frau Schütte-Vojacek. Das Büro muß stundenweise besetzt sein, Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen müssen vorbereitet und koordiniert werden. Oft kommt es anders als man denkt ...

Der Alltag am Gnadenhof steckt voller Überraschungen, denn jedes unserer 240 Tiere ist eine Persönlichkeit mit Eigenheiten. Von der Kaninchenvermehrung haben wir auf den letzten Seiten schon berichtet. Aber auch unsere Rinder sorgen immer wieder für Abwechslung. Die eigenwilligen Wesen durchbrechen auch feste Zäune und suchen dann das Weite – vor allem, wenn eine der Kühe brünstig ist. Meist bemerken wir es gleich und machen uns auf die Suche, manchmal werden wir angerufen. Aber entlaufene Rinder zu finden, heißt noch lange nicht, sie schon heimgebracht zu haben. Da helfen manchmal die größten Überredungskünste nicht ... 

Eines unserer Hühner hat es durch seinen Eigensinn sogar schon zu einem Namen gebracht: Schneeweißchen pflegt die Angewohnheit, über das Gehege hinaus zu fliegen und landet dann in Bereichen, wo ihm Hunde oder Marder gefährlich werden könnten. Wir achten darauf, denn Schneeweißchen läßt sich nicht von seiner Gewohnheit abbringen. Schneeweißchen hat es so auch lange Zeit vor uns verheimlichen können, daß es in einem zusammengerollten Schlauch, der im Schuppen auf der Erde lag, etwa 20 Eier gelegt hat. Nachdem wir das entdeckt und den Schuppen zugemacht hatten, legte Schneeweißchen ein Ei vor die verschlossene Tür. Auch unser Eber Erich ist ein spezieller Charakter. Wenn ihm die zwei Schweinedamen zu dominant und ruppig werden, nimmt er Reißaus und steht plötzlich bei uns vor der Haustür. Er hat gelernt, sein Gehege aufzumachen und sucht dann bei uns Trost.

Patentier statt Haustier

Wer Tiere mag, aber kein Haustier halten kann, hilft uns mit einer persönlichen Patenschaft*.

Rind / Pferd . . . . . . . . 70

Schaf / Schwein . . . . . 35

Ziege . . . . . . . . . . . . . 20

Kaninchen . . . . . . . . . . 7

Huhn . . . . . . . . . . . . . . 5

* auch Teilpatenschaften sind möglich (inkl. Futter und tierärztliche Versorgung)   

Unsere Tiere:  

7 Pferde

2 Esel

4 Rinder

3 Schweine

10 Ziegen

23 Schafe

120 Hühner

71 Kaninchen

 

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
PSK, BLZ 60000, Kto: 75.694.953 Volksbank Freilassing BLZ 71090000, Kto: 285943

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