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19. 03. 2004 - Animal Spirit Mailing 02/2004 

 

(Auch als PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)

 

Was wissen Sie über Hasen?

Wir möchten Sie heute einladen, mehr über Hasen zu erfahren. Leider vor allem über die Art und Weise, wie viele von ihnen gequält werden, denn davon ist praktisch nichts bekannt. Die Leiden der Hasen, die als „Nutztiere“ gehalten werden, sind schlimm, aber fast niemand weiß davon. Weder im EU- noch im österreichischen und deutschen Tierschutzgesetz ist ein konkreter Schutz für dieses Tier vorgesehen. Und im kürzlich vorgelegten Entwurf für ein neues einheitliches österreichisches Tierschutzgesetz findet sich wieder keine Spur vom „Nutz“-Hasen.

Als ob es zigtausende gequälte Tiere in Österreich einfach nicht geben würde. Denn Hasen werden auch bei uns – wie in anderen EU-Ländern – unter haarsträubenden Bedingungen gehalten; weil nichts geregelt ist, ist nichts verboten. Und niemand regt sich auf. Niemand protestiert. Aber solange Sie und viele andere nicht wissen, dass es den Hasen nicht besser geht als den Legehennen in den Batterien, wird sich auch kein Widerstand regen. 

Animal Spirit möchte möglichst viele Menschen über das Elend der Hasen und Kaninchen informieren und gemeinsam dieser schrecklichen Quälerei ein Ende bereiten. Außerdem nehmen wir immer wieder ehemalige Versuchs- oder Mastkaninchen bei uns am Gnadenhof auf. Wir päppeln sie wieder gesund und freuen uns, wenn diese geschundenen Wesen doch noch eine schöne Zeit in ihrem Leben verbringen können. Auch wenn diese Zeit aufgrund der Misshandlungen in den Labors und Käfigen trotz liebevoller Betreuung deutlich kürzer ist als die natürliche Lebenserwartung von ca. 10 Jahren.

Der Osterhase steht traditionell für Fruchtbarkeit, Frühling und neues Leben. Die Bedingungen unter denen die meisten Hasen in Gefangenschaft „leben“ müssen, erscheinen dagegen wie blanker Hohn.

 

Es gibt 3 qualvolle Hasenleben


1.
Vegetieren als Versuchskaninchen

Sie leben hinter Panzertüren, oft in grell beleuchteten Kellerräumen. Sie leben in Einzelzellen, in sterilen Käfigen ohne Streu, in Isolationshaft. Versuchskaninchen werden für wissenschaftliche Zwecke gezüchtet und müssen erbärmlich sterben. Aufgrund der engen Käfighaltung sind sie bereits mit wenigen Monaten verkrüppelt und hocken nur noch lahm in ihren Käfigen, ihr trauriges Vegetieren wird lediglich durch die Versuche unterbrochen, die mit ihnen angestellt werden. Ca. 34.000 Kaninchen sterben in Österreich pro Jahr in den Labors der Pharma- und Kosmetikindustrie. Obwohl mehr als fraglich ist, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse auf Menschen rückgeschlossen werden können, noch dazu, wenn man an verhaltensgestörten, kranken Kaninchen testet. Beim sogenannten Draize-Test z.B. werden in die Augen chemische Substanzen geträufelt, ein Test, für den sich Kaninchen besonders eignen, da sie keine Tränendrüsen besitzen. Die Augen werden immer wieder verätzt, bis die Tiere schließlich am Schock sterben. „Verbraucht werden“ – wie es in den Labors heisst. 

DAS KÖNNEN SIE TUN: Kaufen Sie nur tierversuchsfreie Kosmetika, Wasch- und Putzmittel!


2. Vegetieren als Mastkaninchen

Mehrere Tausend Tonnen Kaninchenfleisch werden in Österreich verzehrt, immer mehr Restaurants bieten es an, Tendenz weiter steigend. Aber wo kommen all die Kaninchen her, sind es Wildkaninchen? Hasen, die vom Jäger direkt in der Restaurantküche abgeliefert werden? Dies dürfte eher Seltenheitswert haben, der überwiegende Teil der Tiere stammt aus Massenhaltung. Hätten Sie das gedacht?

Mastkaninchen leben in winzigen Käfigen bis sie das „Schlachtalter” von maximal 3,3 Kilogramm erreicht haben. Die Tiere werden speziell auf maximalen Fleischansatz gezüchtet, schon mit 10 Wochen haben sie heute 2,7 Kilogramm! Für die Haltung gibt es keinerlei Vorschriften, üblich sind Einzelkäfige mit Bodenflächen von 20 x 40 Zentimetern. Eine komplette Hasenfamilie, Rammler, Häsin und Wurf, lebt in einer Batterie von 50 x 60 Zentimetern, die Höhe beträgt 33 Zentimeter. Die Käfige und Batterien sind meist dreistöckig aufeinandergestapelt, es befindet sich keinerlei Streu darin, so dass die Tiere auf nacktem kalten Metallgitter hocken. Durch die geringe Käfighöhe können sie nicht einmal artgerecht sitzen, geschweige denn, sich ordentlich bewegen. Schmerzhafte Skelettveränderungen und Knochenbrüche sind an der Tagesordnung. Auch ihrem natürlichen Nagebedürfnis können die Hasen nicht nachgehen, daher wachsen die Schneidezähne schmerzhaft lang, auch die Krallen wachsen ein, es kommt zu Zehenverletzungen und Nagelentzündungen. Grelle Neonbeleuchtung bestrahlt sie von 6 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Die meisten zeigen schwere Verhaltensstörungen, sie benagen die Gitterstäbe oder verstümmeln sich selber, manchmal fressen Mütter gar ihren eigenen Wurf! 

Als Nahrung erhalten die Kaninchen Trockenpellets und Trinkwasser aus Nippeln, von den Pellets bekommen die Tiere oft Blähungen. Mit Antibiotika und Hormonen werden die armen Wesen „gesund“ gehalten und zum Rekordwachstum gezwungen. Je schneller die Tiere an Gewicht zulegen, umso schneller können sie geschlachtet werden, umso schneller rücken neue nach und der Profit steigt. Häsinnen werden bereits einen bis fünf Tage nach der Geburt wieder gedeckt und haben so sieben bis zehn Würfe im Jahr. Aber bis zu 30 Prozent der Tiere sterben an Infektionskrankheiten, Kannibalismus oder Selbstverstümmelung. Dass dies alles möglich ist, „verdanken“ wir der Tatsache, dass es für Hasen- und Kaninchenhaltung keinerlei Gesetze gibt, dass die Täter sich in einer einzigen riesigen Grauzone bewegen und ausschließlich nach ihrer Profitgier verfahren können.

DAS KÖNNEN SIE TUN: Reduzieren Sie die tierischen Eiweiße, v.a. Fleisch, auf Ihrem Speisezettel und boykottieren Sie Fleisch aus Tierfabriken.


3. Vegetieren als Angorahase

Auch die Herkunft der Angorawolle ist den wenigsten wirklich bekannt. Angorawolle wird aus dem Fell von Angorahasen gewonnen, wobei sich diese Prozedur in den letzten Jahrzehnten brutal geändert hat. Wurden Angorakaninchen vor 50 Jahren viermal im Jahr geschoren, so brachte dies 70 bis 100 Gramm Wolle pro Schur. 

Heute geben die gezüchteten Angorahasen 300 Gramm Wolle pro Schur. Dabei werden ihnen die Haare nicht mehr nur aus dem Fell gekämmt, sondern oft regelrecht gerupft und ausgerissen. Überlebt das Tier diese Prozedur, ist es bald wieder an der Reihe. In Österreich werden ca. drei Tonnen Angorawolle im Jahr erzeugt, in Ungarn sind es 150 Tonnen. Hauptproduzent ist aber China mit etwa 10.000 Tonnen Angorawolle pro Jahr. Angorakaninchen werden wie Mastkaninchen in engen Käfigen gehalten und malträtiert, bis sie schließlich sterben oder geschlachtet werden. Der Tod ist eine Erlösung für sie.

DAS KÖNNEN SIE TUN: Kaufen Sie keine Angorasachen – Angorawolle ist immer aus tierquälerischer Haltung!

 

Der Hase – wie er wirklich ist

Hasen sind sehr soziale Tiere und leben im Familienverband. Sie brauchen einige 100 m² Revier, weil sie viel und gerne laufen. Ihre langen Beine sind ideal, wenn es darum geht, blitzschnell über Wiesen zu flitzen oder einem Fuchs zu entkommen. Mit den weichen Pfoten buddeln Hasen gerne verzweigte Tunnel im Boden und legen ganze Röhrensysteme an. Wer sie auf dem Boden hält und nur einen oberirdischen Zaun anbringt, wird seine Wunder erleben. Kaninchen buddeln sich einfach unter dem Zaun, sogar unter Fundamenten durch. Leibspeise sind zarte saftige Gräser. In der Dämmerung sind Wildhasen häufig auf Lichtungen zu beobachten. Das natürliche Verhaltensrepertoire der Tiere wird in den Versuchslabors und in Mastbetrieben gänzlich unterbunden, das muntere Wesen der Tiere praktisch ausgelöscht.

 

Das neue bundeseinheitliche Tier„schutz“gesetz*

Der Entwurf der ÖVP liegt vor und viele der Befürchtungen engagierter Tierschützer haben sich bewahrheitet. Der versprochene „Fortschritt“ in Richtung des „modernsten Tierschutzgesetzes Europas“ ist ein klarer Rückschritt, die vollmundigen Versprechungen des Bundeskanzlers, Österreich innerhalb der EU zum Vorreiter im Tierschutz zu machen, waren leere Wahlkampfhülsen. Insbesondere im Bereich der Nutztierhaltung werden bestehende Tierschutzstandards der Bundesländer aufgeweicht und die Situation der Tiere großteils verschlechtert. Die positiven, in den letzten Jahren mühsam erstrittenen Errungenschaften der einzelnen Ländergesetze werden kaum in das neue Bundesgesetz eingebracht, sondern viele wieder gestrichen. 

Zum Beispiel das generelle Käfigverbot für Legehühner in Wien, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg (im neuen Gesetz sollen sogenannte „ausgestaltete Käfige“ erlaubt sein, mit weniger als einer A4 Seite pro Huhn). Auch soll es kein Verbot von grausamen Tierversuchen, kein Verbot des betäubungslosen Schächtens und keinerlei Grundrechte für Tiere geben. 

Die zentralen und wesentlichen Punkte des Tierschutz-Volksbegehrens von 1996, welches von fast 460.000 BürgerInnen unterzeichnet wurde, finden im vorliegenden Entwurf keinerlei Berücksichtigung. Für jede ernsthafte Tierschutzorganisation ist dieser Entwurf unakzeptabel. Bereits seit 1995 liegen bessere, umfangreichere Gesetzesentwürfe vor, einer wurde von Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank mitverfasst, einer von der anerkannten Tierschutz-Juristin Dr. Regina Binder. 

*Eine detaillierte Stellungnahme von Dr. Plank finden Sie unter www.animal-spirit.at/aktuell/btsg_kritik.htm, wir schicken sie Ihnen aber auch gerne per Post zu.

 

Mit Ihrer Hilfe tun wir etwas für Hasen

Kaninchenfleisch ist „in“, aber die wenigsten wissen vom Leid der Tiere. Tierversuche sind eigentlich „out“, aber die meisten verwenden dennoch Kosmetika und Waschpulver von Firmen, die solche Versuche machen. Und Angorapullover? Auch hier gilt, dass die Herkunft und vor allem Produktion der Wolle nicht so bekannt ist. Wir wollen daher aufklären und informieren.

Bitte spenden Sie, damit wir etwas für Hasen und Kaninchen tun können. DANKE!

 

Unsere Kaninchen am Gnadenhof

Auf dem Gnadenhof Arche Noah beherbergt Animal Spirit etwa 60 ehemalige Versuchs- oder Mastkaninchen. Durch die artgerechte Haltung mit warmen Strohnestern zum Kuscheln, mit Heu, Karotten und anderem Knabberzeug, sowie tierärztlicher Betreuung haben sich die Tiere erstaunlich gut erholt. Ihre Lebenserwartung ist durch ihre Vergangenheit natürlich niedriger, aber sie können ihre Zeit bei uns wirklich genießen. Schon bald werden sie sich in der Frühlingssonne auf den „Sonnenterrassen“ wärmen. Und im Sommer werden sie sich wieder in einem riesigen Freigehege mitviel saftigem Gras tummeln. Die Kaninchen dabei zu beobachten, wie sie Stück für Stück natürliche Verhaltensweisen wieder annehmen, erfreut und motiviert uns umso mehr für den Schutz dieser liebenswerten Tiere zu arbeiten. 

Wenn Sie Lust haben, eine Patenschaft für eines unserer Kaninchen zu erwerben oder vielleicht zu Ostern einem Kind zu schenken, eine Patenschaft kostet nur 7 Euro im Monat. Das Patenkaninchen kann dann auch nach kurzer Voranmeldung besucht und gestreichelt werden.

Ihre Spende hilft uns dabei:

Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Kaninchen zu leisten

Die verborgene Quälerei öffentlich zu machen

Für gute gesetzliche Regelungen zu kämpfen

Kaninchen in Not bei uns am Gnadenhof aufzunehmen

Hasen und Kaninchen gelten laut alten und neuen Tierschutzgesetzen weder als Nutztiere noch als Pelztiere. Sie sind für den Gesetzgeber einfach nicht existent und können daher ohne jede Konsequenz gequält werden.

Bitte spenden Sie, damit wir etwas für Hasen und Kaninchen tun können und bitte hinterfragen Sie in Zukunft, woher Kaninchenfleisch stammt.

Haben Sie Internetzugang? Dann unterschreiben Sie bitte unsere Petitionen für ein echtes Tierschutzgesetz! www.animal-spirit.at/online-petition_btsg.doc

Online-Petition:  www.tierrechtsbewegung.org (Verbot der Zucht und Haltung von sogenannten Mastkaninchen in Käfigen)

 

Rückfragehinweis:  Dr. Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953

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