
30. 11. 2002 - Am Gnadenhof geht ein turbulentes Jahr zu Ende
Über Langeweile konnten wir uns heuer am Gnadenhof wirklich
nicht beklagen. Nachdem Dr. Franz-Joseph Plank den Gnadenhof in seinen
neuen Verein Animal Spirit eingebracht hatte, kam der Sommer. Und mit
dem Sommer kamen eine ganze Menge neuer Tiere, die wir retten konnten,
die sich mittlerweile bei uns eingelebt und sich erholt haben. Ihre
oft finstere qualvolle Vergangenheit haben sie inzwischen schon ein
wenig vergessen. Aber jetzt steht der Winter vor der Tür und viele neue
Mäuler sind zu füttern. Das Heu, das wir eingelagert haben, wird nie
im Leben reichen und Medikamente brauchen wir auch noch. Bevor der Schnee
fällt und der Gnadenhof Arche Noah von der Außenwelt abgeschnitten ist,
müssen wir die Vorräte ausreichend aufgefüllt und die Winterstallungen
bereit haben, damit unsere Tiere einen angenehmen Winter verbringen
können.
(Auch als PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)
Wir bitten Sie, uns mit einer Spende zu unterstützen,
damit wir alles Nötige kaufen können. Der Gnadenhof und seine Tiere
sind auf die Hilfe von SpenderInnen angewiesen. Vielleicht möchten Sie
uns ja einmal besuchen und sich mit eigenen Augen vom Wert unserer Arbeit
überzeugen? Vielleicht entschließen Sie sich dann sogar zu einer Tierpatenschaft...
Aus zwei mach sechs'...
Bei unseren Pferden ist es heuer "ordentlich zugegangen". ". Gleich
vier neue Pferde sind zur Tarpan-Stute Isa und unserer Messalina dazugekommen.
Und was für liebe und nette! Da wären einmal die zwei Tarpanpferde Aida
und Sunny, die wir aus dem aufgelassenen Tierpark Wolfsberg haben. Die
beiden Halbwildpferde sind knapp dem Schlachtermesser ent- ronnen und
dürfen jetzt für immer bei uns bleiben. Weiters haben wir eine be- tagte
Pferdedame aufge- nommen, die Pinto-Stute Bora, die schon 28 Jahre alt
ist. Nach einem langen arbeitsreichen Leben in ei- nem Reitstall, war
sie zum Geldverdienen zu alt und unbrauchbar geworden. Wir freuen uns
jeden Tag über ihr liebenswertes Wesen. Sie hat sich sofort integriert,
versteht sich gut mit den anderen Pferden und hat sich auch als Glück
für unseren Maxi erwiesen. Maxi ist der vierte Neuzugang, ein Noriker
Hengstfohlen aus Kärnten. Vor ein paar Monaten war Maxi quasi eine Berühmtheit,
weil er zusammen mit einem anderen Fohlen ausgerissen war und sich tagelang
im Wald ver- steckt hat. Ob er gespürt hat, was sein Schicksal sein
sollte? Wer weiß. Jedenfalls konnten wir Maxi davor bewahren, zu Salami
oder Leberkäse verarbeitet zu werden. Unsere Stuten waren zuerst nicht
sehr begeistert und haben ihn weggebissen. Nicht so die liebe Bora.
Sie hat Maxi gleich adoptiert, sodass der freche Bursche doch angenommen
ist und sich wohlfühlt. Die drei Tarpan-Pferde sind inzwischen auf der
Waldweide - im gerade fertiggestellten neuen Pferdestall Wir suchen
noch dringend Tierpaten für unsere neuen Bewohner!
Versuchskaninchen schnuppern Freiheit
Ihr bisheriges Leben haben sie auf kalten Metallböden Iin engen Gitterkäfigen
verbracht. Heu kannten sie nicht und herumhoppeln konnten sie noch nie.
Alle Augenblicke wurde ihre Käfigtüre geöffnet, sie wurden herausgefischt,
man träufelte ihnen ätzende Lösungen in die Augen, ritzte in ihre Ohren,
stach in ihre flauschigen Körper. Ihre Schmerzen ertrugen die Versuchskaninchen
lautlos, sehr praktisch für die Damen und Herren, die an ihnen herum
experimentierten. Es war selbstverständlich, dass wir sofort ja gesagt
haben, als es um die Rettung von 100 "ausrangierten" Versuchskaninchen
ging. Ausrangiert im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Tiere waren
der- art malträtiert, dass an ihnen nicht mehr experimentiert werden
konnte. Die ersten 14 sind schon bei uns, zum ersten- mal im Leben durften
sie aus ihrem Käfig heraus, jetzt hoppeln sie bereits herum, graben
und fressen mit Appetit. Die Männchen haben wir kastriert, damit es
nicht noch mehr werden. Dringendste Aufgabe war natür- lich die Vergrößerung
der Freigehege, jetzt ist Eile geboten, damit der Winterstall fertig
wird. Für unse- re Kaninchenschar suchen wir ganz dringend Paten. Wie
wär's mit einem süßen Kaninchenschützling, der Sie wirklich nicht viel
Geld kostet? Ihre Kinder oder Enkel können ihn dann gern bei uns besuchen.
Schweinische und andere Neuigkeiten
Kaum hatte unser Mitarbeiter, Herr Rendl, unseren zwei Schweinen Eva
und Emma einen paradiesischen Auslauf im Wald gebaut, ist schon ein
neues Schwein, der Erich, hinzugekommen. Die Damen haben sich tolerant
gezeigt und heute wühlen die drei nach Herzenslust im Herbstlaub. So
soll es bis zu ihrem natürlichen Ende sein. Zwei verwahrloste Schafe,
um die sich ein Bauer nicht mehr gekümmert hat, sind neu. Fünf halb
verhungerte Ziegen von einem Gutsbetrieb in Oberösterreich haben unsere
Ziegen-herde wieder vergrößert. Der Betrieb war in Konkurs gegan-gen
und die Tiere wurden einfach nicht mehr gefüttert. Nur bei unseren vier
Rindern hat sich nichts getan. Außer dass Friga, die Anfang März bei
uns geboren wurde, inzwischen ein ordentlicher und ansehnlicher Brocken
ist. Uns wundert es nicht. Seit ihrem 3. Lebenstag war Friga immer auf
der Weide, kennt nur frische Luft und saftiges Grünfutter. Heuer wird
sie ihren ersten Stallwinter erleben. Von den Hendln gibt es zu berichten,
dass sogar sie sich von ihrer höllischen Vergangenheit in der Legebatterie
erholt haben und mittlerweile ein ganz normales, zufriedenes Hühnerleben
führen. Gerade bei den Hühnern wird deutlich, dass sich auch ein halb
totes Wesen regenerieren kann und ein arttypisches Verhalten entwickelt,
das es bislang noch nie ausleben konnte.
Heute leben am Gnadenhof:
6 Pferde 4 Rinder 11 Schafe 7 Ziegen 3 Schweine 120 Hühner 21 Kaninchen
Fohlenschicksal: Vom Lockvogel
zum Leberkäs
Das Schicksal von Maxi hat uns daran er- innert, wie furchtbar bei uns
mit Fohlen um- gegangen wird. Das fängt schon einmal dabei an, dass
Pferdezuchtverbände die Empfehlung abgeben, "eine Stute niemals leer
stehen zu lassen". Liest sich charmant, nicht wahr? Wer so über Lebewesen
spricht oder schreibt, kann sie nicht respektieren. Stuten werden am
laufenden Band gedeckt. Ganz bewusst werden Fohlen gezüchtet, die dann
als Streicheltiere am Bauernhof und auf der Alm Touristen anlocken,
entzücken, unterhalten und natürlich speziell bei Kindern beliebt sind.
So ein süßes Fohlen macht ja viel Freude. Ist die Saison vorbei, ist
es allerdings auch mit dem süßen Fohlen vorbei, es wird dann nämlich
auf einem der großen Pferdemärkte in Kärnten, Salzburg oder der Steiermark
verkauft. Dazu werden die Fohlen brutal von ihrer Mutter getrennt und
mit Elektroschock ver- frachtet. Auf den Pferdeauktionen werden hunderte
Fohlen nach Süditalien verkauft, wo sie nach einer kurzen Mast zu Salami
und Leberkäse verarbeitet werden. In Italien ist gerade junges Pferdefleisch
äußerst beliebt. Nicht einmal ein Jahr werden die Tiere alt. Diese Vorgangsweise
betrifft vor allem Hengstfohlen wie unseren Maxi. Ende Oktober haben
Dr. Plank und Animal Spirit gemeinsam mit Animal Peace auf dem Pferdemarkt
in Maishofen/Salzburg gegen dieses grausame Vorgehen demonstriert. Es
wird nicht unsere letzte Aktion gegen diese Gemeinheit gewesen sein.
Ein Brief an uns!
Liebe Tierschützer!
Ganz herzlichen Dank für die Recherchen in Maishofen. Herrn Karremann
kann man für seine inzwischen sooo vielen (leider!!) Reportagen über
Tierelend nicht genug danken! Mir als engagierter Tierschützerin (Pro
Animale, Bund gegen Mißbrauch der Tiere) ist das Problem schon länger
bekannt. Als ehemelige LKWFahrerin habe ich fast täglich diese widerlichen
Transporte mit den armseligen Kreaturen sehen müssen. Jedesmal schossen
mir die Tränen in die Augen, wenn mich so ein Todeskandidat durch die
Gitterstäbe oder aus der Plastikbox (Geflügel) fragend ansah und ich
ihm nicht helfen konnte. Schicke, aufgemotzte Laster, nach denen jeder
Fahrer sich die Finger leckt. Aber dahinter ...??? Ich werde nie verstehen,
daß es Fahrer gibt, die zu sowas fähig sind. Aber solange es die Subventionen
gibt und die Produzenten, Händler, Metzger und Spediteure an den Tieren
gut verdienen, wird das nie aufhören. Also dann, arbeiten wir fleißig
weiter, damit von den Steuern die Quälerei bezahlt wird ... Man ist
so hilflos gegen diese Mafiosi (damit meine ich genauso unsere Politiker,
die sich bei den Großverdienern einschleimen). Sorry, eigentlich wollte
ich nur mal „danke“ sagen und Euch weiterhin ganz viel Kraft und Mut
wünschen im Namen der Tiere!
Liebe Grüße!
Gabi Puelacher
Wofür wir Ihre Hilfe brauchen
Natürlich haben wir uns im Sommer wegen unserer Neuzugänge auch um neue
Weiden gekümmert. Aber jetzt im Winter brauchen wir vor allem Winterfutter,
Heu, viel Gemüse, Kleie, Getreide, Mineralfutter. Wir brauchen hochwertiges
Futter, weil unsere Tiere teilweise eine schwache Konstitution haben.
Ihre Herkunft und ihr Vorleben spielen da natürlich eine Rolle. Dr.
Plank kann als Tierarzt viel für die Tiere tun, aber wir brauchen auch
mehr Medikamente. Unsere Tarpanstuten Isa und Sunny haben zum Beispiel
immer wieder Augenentzündungen, die behandelt werden müssen. Es ist
für den Gnadenhof Arche Noah wichtig vor dem Winter alles in ausreichender
Menge parat zu haben, denn wenn der Winter wieder so streng wird und
wir eingeschneit sind, ist es zu spät.
Bitte tun Sie es
Investieren Sie in das Glück eines Tieres. Mit einer Patenschaft finanzieren
Sie die Kosten (Futter, ärztl. Versorgung) für ein Tier auf dem Gnadenhof.
Sie können eine Voll- oder eine Teilpatenschaft übernehmen. Je mehr
Paten und Patinnen wir gewinnen können, umso sicherer sind unsere Schützlinge
und umso leichter können wir neue Tiere retten und aufnehmen. Sie helfen
uns damit, stressfreier und besser für den Tierschutz zu arbeiten. Und
Ihnen wird es mit Sicherheit Freude machen, Ihr Patentier bei uns zu
besuchen und zu sehen, wie sinnvoll Ihr Beitrag ist. Wenn Sie Kinder
oder Enkel haben, die in der Wohnung vielleicht kein eigenes Tier halten
können, dann wäre eine Tierpatenschaft ebenfalls eine gute Idee.
Was kostet eine Vollpatenschaft*
monatlich**?
Rind / Pferd: 70 €
Schaf / Schwein: 35 €
Ziege: 20 €
Kaninchen: 7 €
Huhn: 5 €
*Selbstverständlich können Sie auch gerne eine Teilpatenschaft übernehmen
** inkl. Futter, tierärztliche Versorgung
Unsere Patenschaftsbetreuerin Dr. Andrea Schütte- Vojacek
informiert Sie gerne näher. Nehmen Sie Anteil am Leben eines unserer
Tiere, rufen Sie an: Tel. 02774/29330.
Die
Tierschutzarbeit von Animal Spirit
Dr. Franz-Joseph Plank leistet seit über 15 Jahren konsequente Tierschutzarbeit,
seit heuer mit seinem neuen Verein Animal Spirit. Wir decken Skandale
auf, informieren die Öffentlichkeit, demonstrieren und machen Aktionen,
um die Menschen aufzurütteln. Nur durch konsequentes Protestieren, durch
Lobby-Arbeit und durch praktizierten Tierschutz – wie unseren Gnadenhof
Arche Noah – können wir erreichen, dass Tiere nicht selbstverständlich
als rechtlose Kreaturen behandelt, gehandelt und gequält werden.
Besuche willkommen, Voranmeldung erbeten! Unsere Paten
und Patinnen und solche, die es vielleicht werden wollen, können sich
gerne vom Wohlergehen Ihres Schützlings überzeugen. Aber auch alle anderen
Besucher und Besucherinnen sind am Gnadenhof „Arche Noah“ herzlich willkommen.
Wir freuen uns auch über Schulklassen! Damit wir genug Zeit für Sie
haben, ersuchen wir um Voranmeldung: Im Büro unter Tel. 02774/29330
oder bei Herrn Rendl, Tel. 0676/494 82 92.
Animal Spirit
Am Hendlberg 112
A-3053 Laaben
Tel.: (+43) 02774 / 29330 · Fax: 02774
/ 29331
e-mail: office@animal-spirit.at
PSK, BLZ 60000, Kto: 75.694.953 Volksbank Freilassing BLZ 71090000,
Kto: 285943