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Über 400 Millionen Tiere werden jedes Jahr in Europa bzw. über deren Grenzen transportiert! So werden jährlich ca. 9 Millionen Schweine, 4 Millionen Rinder, 400 Millionen Geflügeltiere und 3 Millionen Schafe innerhalb der EU oder im Im- und Export herumgekarrt! Dazu kommen über 100.000 Pferde aus Osteuropa, die in italienischen, französischen oder belgischen Schlachthäusern enden, denn in diesen Ländern liebt man besonders das Pferdefleisch, während sie in Osteuropa nach wie vor in Überzahl gezüchtet werden.

All diese Fahrten dauern 50, manchmal sogar bis zu 100 Stunden. Denn Pferde von Litauen nach Sardinien sind mindestens so lange unterwegs! Die Tiere sind durch die langen Fahrten erschöpft, dehydriert und extrem belastet. Viele sind verletzt, andere brechen aus Schwäche auf dem Boden des Transporters zusammen und werden von ihren Leidensgenossen qualvoll zutode getreten.

Fahren Rinder oder Schafe weiter bis in den Nahen Osten, sind sie gar bis zu 3.600 km und eine Woche oder gar länger unterwegs, das ist der Alltag für "Schlachttiere". In den meisten Fällen ohne Kontrolle, ob überhaupt die ohnehin viel zu wenigen vorgeschriebenen Pausen eingehalten werden oder ausreichend Wasser und Futter verabreicht wird. Pferde werden aus Litauen, Weißrußland, Polen, Bulgarien oder Rumänien zu den Schlachthöfen Süditaliens, Frankreichs oder Belgiens gekarrt. Und dieser ganze Wahnsinn wird erst ermöglicht durch die Steuergelder der EU-Bürger. Für 2003 sind fast 70 Millionen € allein an Exportprämien für Rinder budgetiert!

Nach der bestehenden EU-Richtlinie dürften Rinder bis zu 29 Stunden ohne Entladung transportiert werden, Schweine und Pferde 24 Stunden, Kälber und Lämmer 19 Stunden! Aber selbst diese Zeit wird meist überschritten, Fahrtenschreiber werden manipuliert und Papiere regelmäßig gefälscht, wie die allzu selten stattfindenden Kontrollen immer wieder ergeben. Doch Konsequenzen, bis auf gelegentliche Bagatellstrafen, gab es bisher keine. Wie Tierschützer jahrelang beobachten konnten, werden die Tiere während des Transports – wenn überhaupt - nur äußerst unzureichend versorgt; noch dazu gibt es auf der Ostroute keine nach der EU-Transportverordnung vorgeschriebenen Ställe, an denen man die Tiere für die vorgesehenen Ruhezeiten entladen könnte. So werden sie bestenfalls notdürftig auf den LKWs versorgt, was aber meist an nicht funktionierenden oder ungeeigneten Tränken, an der Überfüllung der LKWs oder einfach an der allgegenwärtigen Korruption scheitert.

Schon des öfteren gab es am 1. Juli Großdemos gegen diese Tiertransporte (z.B. an der deutsch-österreichischen Grenze Walserberg), am kommenden Dienstag erstmals im EU-Beitrittsland Tschechien. Am tschechisch-polnischen Grenzübergang Chotebuz werden sich Dutzende Tierschützer aus Tschechien (OHZ – Nutztierschützer Tschechien), Deutschland und Österreich (Animal Spirit) versammeln, um gegen diese internationalen Todestransporte zu demonstrieren. Da die ehemaligen Ostblockländer noch nicht EU-Mitglieder sind, existiert dort praktisch überhaupt keine Kontrolle. Und ein Entwurf zur Verbesserung der EU-Tiertransport-Richtlinie wurde vom zuständigen Kommissar Byrne bislang schubladisiert, wahrscheinlich um sie durch den Beitritt der neuen 10 Länder im Mai 2004, in denen Tierschutz bislang kein Thema war, noch mehr verwässern zu können. 

Und auch in Österreich soll derzeit das ursprünglich beispielgebende Tiertransportgesetz-Straße 1995 (maximal 6-Stunden bzw.- 260-km-Regelung) im Schnellverfahren ("speed kills") praktisch gänzlich zahnlos gemacht werden: so soll die bislang notwendige Transportbescheinigung abgeschafft werden, wodurch jegliche Kontrollmöglichkeit bezüglich Transportdauer, Tränke-, Fütterungs- und Melkintervalle verunmöglicht würde. Weiters müßten die Tierbegleiter ihre Sachkunde nicht mehr nachweisen und es dürften sogar "leicht" kranke oder gar verletzte Tiere transportiert werden!

Animal Spirit fordert daher den SOFORTIGEN STOP DER SUBVENTIONEN FÜR TIERTRANSPORTE! Ohne diese Förderungen wäre mit diesen Horrorfahrten sehr bald Schluß, denn diese würden sich nicht mehr rechnen.

Zeit + Ort der Kundgebung: 1. Juli 2003, ab 14 Uhr Uhr, Grenzübergang Chotebuz, CZ.

Pressekonferenz: ab 16.00 Uhr direkt am Grenzübergang auf tschechischer Seite.

        

 

Rückfragehinweis:
Dr. Franz-Joseph Plank, Animal Spirit, (+43) 0676/7082434 

Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK, Kto. 75.694.953

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