
01. 07. 03 - Internationaler Aktionstag gegen
Tiertransporte in Tschechien
Fahrt in die Hölle – ein europäischer Dauerskandal
Über 400 Millionen Tiere werden jedes Jahr in Europa
bzw. über deren Grenzen transportiert! So werden jährlich ca. 9
Millionen Schweine, 4 Millionen Rinder, 400 Millionen Geflügeltiere und
3 Millionen Schafe innerhalb der EU oder im Im- und Export herumgekarrt!
Dazu kommen über 100.000 Pferde aus Osteuropa, die in italienischen,
französischen oder belgischen Schlachthäusern enden, denn in diesen Ländern
liebt man besonders das Pferdefleisch, während sie in Osteuropa nach
wie vor in Überzahl gezüchtet werden.
All diese Fahrten
dauern 50, manchmal sogar bis zu 100 Stunden. Denn Pferde von Litauen
nach Sardinien sind mindestens so lange unterwegs! Die Tiere sind durch
die langen Fahrten erschöpft, dehydriert und extrem belastet. Viele
sind verletzt, andere brechen aus Schwäche auf dem Boden des
Transporters zusammen und werden von ihren Leidensgenossen qualvoll
zutode getreten.
Fahren Rinder oder Schafe weiter bis in
den Nahen Osten, sind sie gar bis zu 3.600 km und eine Woche oder gar länger
unterwegs, das ist der Alltag für "Schlachttiere". In den
meisten Fällen ohne Kontrolle, ob überhaupt die ohnehin viel zu
wenigen vorgeschriebenen Pausen eingehalten werden oder ausreichend
Wasser und Futter verabreicht wird. Pferde werden aus Litauen, Weißrußland,
Polen, Bulgarien oder Rumänien zu den Schlachthöfen Süditaliens,
Frankreichs oder Belgiens gekarrt. Und dieser ganze Wahnsinn wird erst
ermöglicht durch die Steuergelder der EU-Bürger. Für 2003 sind fast
70 Millionen € allein an Exportprämien für Rinder budgetiert!
Nach
der bestehenden EU-Richtlinie dürften Rinder bis zu 29 Stunden ohne
Entladung transportiert werden, Schweine und Pferde 24 Stunden, Kälber
und Lämmer 19 Stunden! Aber selbst diese Zeit wird meist überschritten,
Fahrtenschreiber werden manipuliert und Papiere regelmäßig gefälscht,
wie die allzu selten stattfindenden Kontrollen immer wieder ergeben.
Doch Konsequenzen, bis auf gelegentliche Bagatellstrafen, gab es bisher
keine. Wie Tierschützer jahrelang beobachten konnten, werden die Tiere
während des Transports – wenn überhaupt - nur äußerst unzureichend
versorgt; noch dazu gibt es auf der Ostroute keine nach der
EU-Transportverordnung vorgeschriebenen Ställe, an denen man die Tiere
für die vorgesehenen Ruhezeiten entladen könnte. So werden sie
bestenfalls notdürftig auf den LKWs versorgt, was aber meist an nicht
funktionierenden oder ungeeigneten Tränken, an der Überfüllung der
LKWs oder einfach an der allgegenwärtigen Korruption scheitert.
Schon
des öfteren gab es am 1. Juli Großdemos gegen diese Tiertransporte
(z.B. an der deutsch-österreichischen Grenze Walserberg), am kommenden
Dienstag erstmals im EU-Beitrittsland Tschechien. Am
tschechisch-polnischen Grenzübergang Chotebuz werden sich Dutzende
Tierschützer aus Tschechien (OHZ – Nutztierschützer Tschechien),
Deutschland und Österreich (Animal Spirit) versammeln, um gegen diese
internationalen Todestransporte zu demonstrieren. Da die ehemaligen
Ostblockländer noch nicht EU-Mitglieder sind, existiert dort praktisch
überhaupt keine Kontrolle. Und ein Entwurf zur Verbesserung der
EU-Tiertransport-Richtlinie wurde vom zuständigen Kommissar Byrne
bislang schubladisiert, wahrscheinlich um sie durch den Beitritt der
neuen 10 Länder im Mai 2004, in denen Tierschutz bislang kein Thema
war, noch mehr verwässern zu können.
Und auch in
Österreich soll derzeit das ursprünglich beispielgebende
Tiertransportgesetz-Straße 1995 (maximal 6-Stunden bzw.-
260-km-Regelung) im Schnellverfahren ("speed kills") praktisch
gänzlich zahnlos gemacht werden: so soll die bislang notwendige
Transportbescheinigung abgeschafft werden, wodurch jegliche Kontrollmöglichkeit
bezüglich Transportdauer, Tränke-, Fütterungs- und Melkintervalle
verunmöglicht würde. Weiters müßten die Tierbegleiter ihre Sachkunde
nicht mehr nachweisen und es dürften sogar "leicht" kranke
oder gar verletzte Tiere transportiert werden!
Animal
Spirit fordert daher den SOFORTIGEN STOP DER SUBVENTIONEN FÜR
TIERTRANSPORTE! Ohne diese Förderungen wäre mit diesen Horrorfahrten
sehr bald Schluß, denn diese würden sich nicht mehr rechnen.
Zeit
+ Ort der Kundgebung: 1. Juli 2003, ab 14 Uhr Uhr, Grenzübergang
Chotebuz, CZ.
Pressekonferenz: ab 16.00 Uhr direkt am
Grenzübergang auf tschechischer Seite.
Bilder, copyright Animal Spirit, (bitte anklicken):

Rückfragehinweis:
Dr. Franz-Joseph Plank, Animal Spirit, (+43) 0676/7082434
Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK, Kto. 75.694.953