
17.
06 2005 - Mailing 3/2005 - Löcher im Zaun, Löcher im Geldbeutel
Nach
einem langen Winter freuen sich alle Tiere und auch die menschlichen
Bewohner am Hendlberg auf den Sommer. Bis in den Mai haben wir unseren
Schützlingen Heu, Klee und Getreide zugefüttert und so alle
gut über den Winter gebracht. Jetzt sorgen die warme Sonne und
die saftigen Gräser für gutgelauntes Quieken, Meckern, Wiehern
und Muhen.
Wir Betreuer müssen uns allerdings noch kräftig ins Zeug legen.
Der Hendlberg ist im Winter ein richtiges Schneeloch, heuer hat der
viele Schnee besonders großen Schaden angerichtet. Zäune
brachen zusammen, Unterstände wurden eingedrückt, sodaß
es viel zu reparieren gab und neben der Arbeit auch hohe Materialkosten
anfielen. Nun sind beinahe alle Geldreserven verbraucht und wir bitten
alle Freundinnen und Freunde unseres Gnadenhofes „Arche Noah“
um eine Spende, damit wir den Sommer nicht mit quälenden Geldsorgen
beginnen müssen. Die 220 Tiere, die wir aus Massentierhaltung,
dem sicheren Tod am Schlachthof oder anderem Elend bei uns aufgenommen
und aufgepäppelt haben, kosten eine Menge Geld: Laufende Kosten
für medizinische Behandlungen, Renovierungsarbeiten, Pacht für
Weideflächen und zusätzliches Futter für die Tiere. Das
sind die wichtigsten Posten, für die wir laufend Geld brauchen.
Und weil wir einfach nicht „Nein“ sagen können, wenn
Tiere in Not einen Platz brauchen, werden unsere Geldsorgen wohl nie
enden.
Wir hoffen, auch das Verständnis und die Hilfsbereitschaft unserer
Spenderinnen und Spender enden nicht. Unsere Dankbarkeit ist Ihnen gewiß,
die Dankbarkeit der Tiere erleben wir hier draußen tagtäglich.
(Auch als PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)
Beginnen
wir bei den Schweinen, bei denen es zwei hübsche Neuzugänge
gibt: Die Hängebauchschweine Rudi Rüssel und Black Jack. Gebracht
hat die beiden eine Jungbäuerin, deren Schwiegervater mit Schlachtung
der „nutzlosen“ Haustiere drohte. Bei uns am Hof sind sie
inzwischen mit den Hunden unterwegs, sie schlafen in einer ehemaligen
Pferdebox wo sie Strohnester bauen und genießen den alten Rinder-Auslauf,
wo sie sich gemütlich im „Gatsch“ suhlen und erfrischen
können. Auch unseren drei „richtigen“ Schweinen, Eva,
Emma und Erich geht es blendend. Sie verbrachten den ganzen Winter draußen
im Freien und in ihrem strohgefüllten Erdbunker, sind pumperlgesund
und haben sich bereits unter einer großen Fichte ein schattiges
Sommerruheplätzchen hergerichtet.
Unser Sommerlied: Hähne krähen, Esel schreien
Auch
bei unseren Hühnern gibt es Neulinge. Käfighühner, die
für die Ostereierproduktion ihr Letztes gegeben haben, wurden ausrangiert
und wären längst tot, hätten wir sie nicht aufgenommen.
Bis 2009 sind die unseligen Legebatterien ja noch erlaubt. Es ist ein
Tropfen auf dem heißen Stein, wenn wir ein paar Käfighühner
aufnehmen und retten, aber jedes Leben ist ein Leben. Die ausgemergelten
Hühner waren anfangs irritiert und ängstlich. Inzwischen freuen
sie sich über natürliches Licht und echten Boden unter den
Füßen. Ihre Instinkte sind wieder erwacht, sie picken und
scharren und legen ihre Eier in Strohnester. Das Hühnervolk wird
von den vier Hähnen Hugo, Henry, Sigi und Egon bewacht und vor
unliebsamen Räubern geschützt. Das Krähen der Hähne
gerät dabei in heftige Konkurrenz mit dem allmorgendlichen Geschrei
unserer Esel.
Schafe,
Ziegen, Esel und Rinder
Die ehemaligen Lämmchen Wuzi, Beranek, Flecki, Sternchen, Pünktchen
und Soraya sind inzwischen halbstark und ziehen mit der Schafherde herum.
Viele frische Gräser gibt es auf den Sommerweiden, die den Schafen
zur Verfügung stehen werden. Damit ihnen im Sommer nicht zu heiß
wird, haben unsere Tierbetreuer Joni und Dani sie geschoren, nicht elektrisch,
sondern sanft und richtig mit der Hand. Anfangs waren die Schafe irritiert,
aber dann haben sie die Schur ganz still genossen. Von unserer Ziegenherde
gibt es mit einer Ausnahme nicht viel Neues zu berichten. Doch diese
Ausnahme ist ein echtes Phänomen. Die alte Klara, die sicher kein
Zicklein mehr bekommt, hat trotzdem wieder einen vollen dicken Euter
und muß täglich gemolken werden. Die Ziegenherde treibt sich
gerne mit unseren Eseln herum. Mit Pinocchio, Paulina und Philipp, der
auch neu bei uns ist, machen sie die obere Hausweide unsicher. Wie alle
unsere Klauentiere hatten auch unsere Esel im Frühjahr Besuch von
der „Klauen-Tina“. Tina ist unsere Klauenpflegerin, die
zum Beispiel unsere Eselin Paulina von ihrer schmerzhaften Hufrehe befreien
konnte. Die Rinderherde hat den Winter auf der unteren Weide verbracht,
wo sie am Ende einen ordentlichen „Gatsch“ hinterlassen
hat. Das hat uns ziemlichen Ärger eingebracht (siehe Kasten). Seit
Mitte Mai sind die Kühe auf einer saftigen Pachtweide und tollen
dort herum wie übermütige Kälber. Und damit sie auch
bis in den Spätherbst stets frisches Weidefutter finden, ha-ben
wir noch weitere Weideflächen dazu gepachtet. Ferdinand, Friga,
Fridolin und Flora danken es mit bester Gesundheit und freundlichem
Benehmen.
Ein Königreich für acht Pferde und ein Pony!
Unsere
Pferde verbringen den Sommer natürlich auf ihrer 20 ha Ganzjahrespachtweide,
wo sie nach Herzenslust galoppieren können. Dort steht ihnen auch
ein geräumiger offener Stall zur Verfügung. Der gutmütige
Norikerwallach Max kümmert sich besonders rührend um das Huzulenfohlen
Moritz, das wir im Herbst am Pferdemarkt in Maishofen freigekauft haben.
Es war ganz verängstigt, ohne Mutter und ohne Stammherde, ein Pferdebaby,
um das sich Max ganz liebevoll sorgt. Die insgesamt 34 Fohlen bzw. Schlachtpferde,
die wir damals mit Hilfe vieler SpenderInnen freigekauft haben, wurden
alle auf guten Plätzen untergebracht. Unser jüngster Neuzugang
ist das Pony Benjamin, das sich mit den Eseln und Ziegen herumtreibt.
Seine Besitzerin wollte Benjamin „entsorgen“ und den „nutzlosen
Fresser“ kurzerhand in die Wurst pressen. Gott sei Dank konnten
wir es freikaufen und so retten.
Kaninchen sind keine Haustiere
Weitere
Neulinge am Gnadenhof sind vier Kaninchen. Als Haustiere erworben, haben
die Besitzer sie nach viel Ärger und Scherereien entnervt zu uns
gebracht. Für alle, die eventuell einmal in Versuchung kommen:
Kaninchen sind keine Haustiere, sie werden auch nur selten stubenrein.
Sie brauchen andere Gefährten und sollten daher nie einzeln gehalten
werden. Ihre langen Zähne müssen sie durch Nagen ständig
kürzen, sonst können sie sich in den Kiefer einwachsen. Statt
ein Kaninchen als Haustier zu kaufen, wäre eine Patenschaft für
ein Kaninchen am Gnadenhof eine sinnvolle Alternative. Sie können
Ihr Patentier dann auch besuchen kommen.
Achtung,
Ironie!
Der Gnadenhof Arche Noah wurde beim
Amtstierarzt wegen „Tierquälerei“ anonym angezeigt.
„Wohlmeinende“ Menschen sahen unsere Rinder im Frühjahr
im Freien stehen, angeblich knöcheltief im „Gatsch“
gehen und obendrein noch etwas schmutzig. Wahr ist, daß unsere
Rinder den ganzen Winter über ihre Tage nach Belieben im Freien
verbracht haben, wobei sie selbstverständlich bei Schlechtwetter
und jeden Abend in ihren warmen Stall zurück durften. Wahr ist,
daß wir unsere Rinder im Frühjahr noch nicht auf die Sommerweide
lassen, da sie sonst die junge Grasnabe zerstören würden.
Dann wäre die Weide gleich kaputt. Rinder haben Klauen und können
gut auf der von ihnen „zergatschten“ Weide stehen und gehen.
Der Amtstierarzt ging der Sache nach, überprüfte Weiden und
Rinder und sah, daß alles in bester Ordnung war.
Angesichts der Tatsache, daß Tausende Tiertransporter voller leidender
Tiere täglich durch Europa donnern, daß Millionen Tiere in
Massentierhaltung auf Beton- und Spaltenböden stehen müssen,
die für ihre Klauen eine Tortur sind, erscheint eine solche Anzeige
geradezu absurd. „Gatsch“ an den Hufen oder „Gatschspritzer“
am Bauch lassen unsere Tiere nicht leiden und bringen sie auch nicht
um, das tun vielmehr Tiertransporte, Massentierhaltungen und Schlachthöfe.
Eine Idealistin, die wir gerne unterstützen
Gaby
Teichmann ist nicht reich, aber sie hat ein Herz für Tiere in Not.
So beherbergt die Salzburgerin auf ihrem Gnadenhof in Maishofen mittlerweile
an die 180 Tiere, davon 14 Pferde, je 19 Schafe und Ziegen, 30 Katzen
und anderes Kleingetier. Auch die Stute Jessica, die ANIMAL SPIRIT beim
Pferdemarkt in Maishofen freigekauft hat, um sie vor der Schlachtung
zu bewahren, hat bei Gaby Teichmann eine liebevolle Unterkunft gefunden.
Diese Frau leistet ganz alleine Unglaubliches für die Tiere, um
die sie sich den ganzen Tag und falls nötig auch in der Nacht kümmert.
Gaby Teichmann hat keine ruhige Minute und verwendet ihr ganzes Einkommen
ausschließlich für die Tiere. Oft weiß sie nicht, woher
das Geld für Futter und Medizin kommen soll. Sie selbst sagt: „Viele
halten mich für verrückt, aber ich kann nun mal nicht anders.
Es zerreißt mir das Herz, wenn ich sehe, wie Tiere gequält
werden.“ Dieses beispiellose Handeln konnten wir dank unserer
SpenderInnen heuer bereits mit 7.000 Euro unterstützen, die dringend
benötigt wurden. Wir werden Gaby Teichmann auch in Zukunft helfen
wann immer wir können.
Patentier
statt Haustier
Wer
Tiere mag, aber kein Haustier halten kann, hilft uns mit einer persönlichen
Patenschaft*.
Das
kostet eine Vollpatenschaft* monatlich**:
Rind
/ Pferd. . . . . . . . . . . . . 70 €
Esel / Pony. . . . . . . . . . . . . 50 €
Schaf / Schwein . . . . . . . . . 35 €
Ziege. . . . . . . . . . . . . . . . . 20 €
Kaninchen . . . . . . . . . . . . . . 7 €
Huhn . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 €
*
auch Teilpatenschaften sind
möglich (inkl.
Futter und tierärztliche Versorgung)
Unsere
Tiere im Juni 2005:
8 Pferde
3 Esel
1 Pony
4 Rinder
21 Schafe
9 Ziegen
5 Schweine
111 Hühner
50 Kaninchen
3 Hunde (von der Kette befreit)
5 Katzen
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
PSK, BLZ 60000, Kto: 75.694.953 Volksbank Freilassing BLZ 71090000,
Kto: 285943