
20. 05. 2004 - Tierschutz-Einigung: Ein lachendes und
ein weinendes Auge/ Gnadenhof Arche Noah rettet wieder 50 Hühner aus
Legebatterie
Die gestern erzielte Einigung der 4 Parlamentsparteien
auf ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz nach monatelangen
Verhandlungen sieht der Vorsitzende des Vereins "Animal Spirit",
Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, mit einem lachenden und einem weinendem
Auge: "Grundsätzlich begrüßen wir es sehr, daß es nach
jahrzehntelangem Widerstand der Agrarlobby nun doch endlich zu einem
tragbaren Kompromiß zwischen den Parteien in Sachen Tierschutzgesetz
gekommen ist. Das endgültige Aus für Legebatterien, der
Tierschutz-Ombudsmann mit Parteienstellung, die Förderung des
Tierschutzes sowie das zumindest teilweise Verbot der dauernden
Anbindehaltung sind wichtige Meilensteine für die Rechte der Tiere.
Dennoch vermissen wir in anderen Bereichen immer noch - besonders in der
Schweinehaltung, bei schmerzhaften Eingriffen und beim Schächten -
entscheidende Fortschritte."
So gab es beispielsweise gerade bei den so intelligenten
und sensiblen Schweine keinerlei Verbesserungen gegenüber dem an die
Agrarindustrie angepaßten EU-Recht. So bleiben weiterhin Vollspaltenböden,
Kastenstände für Zuchtsauen, das Kastrieren ohne Narkose und das
Abschneiden der Schwänze bei Ferkeln durch die Tierhalter erlaubt. Auch
das Schnäbelkupieren bei Hühnern als Symptomenbekämpfung schlechter
Haltungen soll nicht verboten werden. Ebensowenig wird das
anachronistische Brennen von Pferden - Lipizzaner haben gar drei
Brandzeichen! - untersagt. Auch sucht man vergeblich nach Verbesserungen
bei der intensiven Mastgeflügelhaltung oder bei den Kaninchen, die nach
wie vor wie Hühner in winzigen Käfigen ihr Dasein fristen müssen.
Leider ist auch beim Schächten, also dem Schlachten
ohne vorhergehende Betäubung durch Bolzenschußgerät oder
Elektrozange, nur ein "fauler Kompromiß" herausgekommen: Der
Betäubungsschuß muß nicht vor, sondern erst NACH dem Schnitt durch
den Hals getätigt werden. Davor muß das Tier noch minutenlange Todesängste
erleiden, wenn es in der sog. Schächttrommel nahezu bewegungslos
fixiert, auf den Rücken gedreht und der Hals extrem nach hinten
gestreckt wird. Auch bleibt die Frage offen, wie effizient das überhaupt
kontrolliert werden kann bzw. will?
Auf dem Gnadenhof Arche Noah des Vereins "Animal
Spirit" dürfen sich dafür seit gestern 50 freigekaufte ehemalige
Käfighühner eines neuen Lebens in Freiheit erfreuen: Schon bald werden
sie sich hier am Hendlberg gut eingewöhnt und wieder gelernt haben zu
picken, zu scharren, zu flattern und ihre Eier in einem Stroh-Nest zu
legen, was sie in ihrem früheren Hühner-Gefängnis verlernt haben. Zum
Glück werden wenigstens diese ab 2009 in Österreich der Vergangenheit
angehören!
Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph
Plank, Obmann "Animal Spirit": 0676/7082434
Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330 Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK, Kto. 75.694.953