
23. 05. 03 - Frühlingserwachen am Gnadenhof
Sogar am rauen Hendlberg hat der Winter endlich dem Frühling
Platz gemacht. Die jungen Gräser sprießen, die Bäume treiben aus, die
Luft ist deutlich milder geworden. Warmes Frühlingslicht scheint auf
den Gnadenhof Arche Noah und unsere mittlerweile über 160 Tiere kitzelt
die Vorfreude auf eine herrliche lange Zeit unter freiem Himmel. Schon
sind unsere Schützlinge auf den Weiden, freuen sich am frischen
saftigen Gras, spielen miteinander und treiben Schabernack. Sie führen
ein behütetes angst- und sorgenfreies Tierleben – genau dafür haben
wir den Gnadenhof Arche Noah errichtet. Eine sichere Zuflucht für gequälte
Tiere soll er sein, ein Ort, an dem ihnen kein Unheil mehr drohen
kann.
Das einzige Schlimme, was passieren kann, ist, dass uns das Geld
ausgeht. Aber dank der Unterstützung unserer SpenderInnen schaffen wir
es doch immer wieder, alle Mäuler zu stopfen und manche Verbesserungen
durchzuführen.
Auch jetzt kommt eine Menge Arbeit auf uns zu. Der Winter, der am
Hendlberg wieder besonders lang und schneereich war, hat deutliche
Spuren hinterlassen. Es gibt einiges zu reparieren und für etliche neue
Tiere müssen neue Weideflächen erschlossen werden. Dafür braucht es
nicht nur Arbeitsmaterial und fleißige Hände, die fest anpacken, dafür
brauchen wir auch ganz dringend Geld.
Wir bitten Sie deshalb um eine Spende, damit unsere Tiere auch diesen
Sommer am Hendlberg genießen können. Wenn alle unsere FreundInnen
wieder ein bisschen geben, können wir mit unseren Arbeiten bald
beginnen. Wer neu am Gnadenhof ist und was wir möglichst rasch
erledigen müssen, lesen Sie auf den nächsten Seiten.
(Auch als PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)
Stelldichein am Hendlberg
Drei
entzückende Lämmchen sind seit Februar bei uns und werden von Franz
Rendl liebevoll mit der Flasche aufgezogen. Nicki, Micki und Soraya, das
Karakullämmchen vergrößern unsere kleine Schafherde damit auf
insgesamt 13 Tiere. Sie alle sind dem Schicksal entgangen, dass ihnen
ohne Betäubung die Kehle aufgeschnitten wird. Stattdessen weiden sie
jetzt friedlich am Hendlberg, wo ihnen kein Unheil geschehen wird und
sie bis an ihr natürliches Lebensende bleiben können.
Unsere
drei Schweine Eva, Emma und Erich haben zwar keinen Zuwachs bekommen,
aber dafür einen nagelneuen Erdbunker in einem eingezäunten Waldstück.
Sie können jetzt ganzjährig im Freien bleiben. Die Schweine sind
pumperlgesund, im Gegensatz zu ihren armen Artgenossen in den
Tierfabriken brauchen sie keine Antibiotika und Hormone. Sie haben
einfach „Schwein“.
Mittlerweile
leben sechs Pferde auf dem Gnadenhof Arche Noah. Unserer Traberstute
Messalina geht es recht gut, die Behandlung ihrer Rückenprobleme zeigt
Wirkung. Auch die drei Tarpan-Stuten Sunny, Isa und Aida sind guter
Dinge. Zwischen der fast blinden Sunny und Messalina hat sich eine
weitere rührende Freundschaft entwickelt. Messalina achtet auf Sunny
wie ein Blindenhund, führt sie sogar zu guten Futterstellen auf der
Weide. Die gute alte Pinto-Stute Bora, die bereits 28 Jahre alt war, ist
leider gestorben. Wir sind froh, diesem überaus lieben Tier noch eine
schöne und unbeschwerte Zeit geboten zu haben. Maxi, das Hengstfohlen,
das von Bora mütterlich angenommen und beschützt wurde, hat aber schon
eine neue Ersatzmama gefunden. Orchidee, die siebenjährige
Haflingerstute, hat ihn gleich unter ihre Fittiche genommen. Orchidee
stammt aus einem Reitstall, wo sie nicht mehr eingesetzt werden konnte,
da sie an einem chronischen Ekzem litt. Heute ist sie fast
geheilt.
Die
vier Rinder am Gnadenhof sind ebenfalls wohlauf. Fridolin, Ferdinand,
sowie Flora und ihre 14 Monate alte Tochter Friga genießen schon die
warme Frühlingssonne. Friga, am Gnadenhof geboren und seit ihrem
dritten Lebenstag auf der Weide, wurde bis vor kurzem noch gesäugt. Sie
ist heute schon größer als ihre Mutter. Frische Luft und Muttermilch
– davon können die Kälbchen aus der Massenhaltung leider nur träumen.
Beides dürfen sie nie kennenlernen.
Unseren
30 Kaninchen und Meerschweinchen sowie den 100 Hühnern geht es
ebenfalls gut. Sie haben sich von ihrer Vergangenheit in Versuchslabors
bzw. Legebatterien erholt und sind putzmunter.
Mit den sechs neuen Ziegen von einem oberösterreichischem
Gutshof, der in Konkurs gegangen ist, haben wir jetzt insgesamt acht
Ziegen am Gnadenhof. Die Neuankömmlinge wären im Stall des
Pleitebetriebes fast verhungert. Sie waren in einem bemitleidenswerten
Zustand als wir sie aufgenommen haben. Aber jetzt treiben sich Attila,
Sigi, Jana, Mecki und die beiden entzückenden Kitze Marie und Martin,
die schon am Gnadenhof geboren wurden, bereits im Freien herum. Ihre Mägen
sind gefüllt, ihre wunden Klauen werden von Dr. Plank behandelt –
auch für sie hat ein neues besseres Leben begonnen.
Karakulschafe: Kaum geboren, schon tot
Karakullämmchen wie unsere Soraya haben das Pech, ein besonders hübsches
Fell zu haben, weich und samtig. Damit Menschen in Europa und den USA
Persianer tragen können, werden die Lämmchen umgebracht.
„Produziert“ wird in Zentralasien. Für einen Persianer Pelz wird
einem ein bis zwei Tage jungen Lämmchen die Kehle aufgeschlitzt, weil
das Fell zu diesem Zeitpunkt schön gekräuselt ist. Das gehäutete Tier
wird weggeworfen wie Müll. Beim Breitschwanzpelz wird noch grausamer
vorgegangen. Ein tragendes Mutterschaf wird umgebracht, der Fötus aus
dem Leib gerissen und gehäutet. Der leicht gewellte samtige Pelz verrät
der Öffentlichkeit leider nichts von dieser barbarischen Vorgangsweise.
Deshalb muss ein Verein wie Animal Spirit das immer wieder zum Thema
machen. Die Pelz-Lobby ist obszön genug, als Begründung dieser Art der
Pelzgewinnung „spontane Aborte“ anzugeben.
Insgesamt müssen jährlich 4 bis 5 Millionen Karakullämmchen für die
Pelzproduktion sterben. Unsere Soraya dagegen lebt, wird liebevoll groß
gezogen und bis zu ihrem natürlichen Tod bei uns sein.
Dafür bitten wir Sie um Unterstützung!
Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie den Fortbestand unseres Gnadenhofes und
die Versorgung der Tiere, die hier leben. Derzeit zählen wir 130
Kleintiere und 34 große Tiere. Das bedeutet eine Menge Arbeit und eine
hübsche Summe Geld. Daher danken wir im Namen unserer Schützlinge
herzlich für jeden Euro, den wir bekommen.
§
Für neue Weideflächen
Weil neue Tiere auch mehr Futter erfordern, brauchen wir immer wieder neue
Weideflächen. Weiden müssen gewechselt werden, damit sie sich erholen
und langfristig zur Verfügung stehen. Unsere sechs Pferde brauchen überhaupt
eine neue Weide. Wir haben bereits eine ideale Fläche im Auge, aber
diese muss gepachtet, erschlossen und eingezäunt werden.
§
Für einen günstigen
gebrauchten Allrad-Traktor
Der Hendlberg ist so steil, dass ein Allrad-Traktor für das Erschließen
neuer Weideflächen, das Roden von meterhohem Gestrüpp dringend benötigt
wird.
Auch zum Auffüllen der diversen Futterstände und für Materialtransport
brauchen wir den Traktor sehr.
§
Für laufende Reparaturen
Ein Anwesen wie der Gnadenhof Arche Noah braucht laufend Reparaturarbeiten,
Ausbesserungen, damit nichts verkommt und alles gut in Schuss bleibt.
Gerade nach dem harten Winter ist wieder einiges herzurichten und
instand zu setzen. Außerdem muss der Stall vergrößert und renoviert
werden.
§
Für Hilfskräfte
Wir können leider nicht alles selbst machen. Manchmal brauchen wir Hilfskräfte
zum Errichten von Zäunen, Unterständen oder zur Tierbetreuung.
§
Für Materialkosten
Unseren
30 Kaninchen und Meerschweinchen wollen wir ein geräumiges Außengehege
bauen, in dem sie geschützt und tiergerecht leben können, inklusive
Schlafhütten und Sonnendächer. Derartige Verbesserungen für die Tiere
planen wir ständig. Umsetzen können wir sie, wenn Sie uns dabei mit
einer Spende helfen.
Animal Spirit kämpft weiter für das
Bundestierschutzgesetz
Unser dringendstes Anliegen ist noch immer ein für ganz Österreich gültiges
einheitliches Bundestierschutzgesetz. Vor den Wahlen versprechen zwar
alle Parteien sich dafür einzusetzen, aber danach passiert zumeist
wenig. Obwohl 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung sich
entschieden gegen tierquälerische Haltungen aussprechen, ist in einigen
Bundesländern noch immer viel Grausames erlaubt und üblich. Noch immer
vegetieren in Österreich Millionen Hühner in Massentierhaltung, 3,5
Millionen davon in der abscheulichen Käfighaltung. Das einheitliche
Bundestierschutzgesetz, das Animal Spirit fordert, muss sich an den für
die Tiere besten geltenden Bundesländergesetzen orientieren. In
Vorarlberg ist beispielsweise die Käfighaltung von Hühnern verboten.
Ganz im Gegensatz zu Niederösterreich, Oberösterreich, zur Steiermark
und zum Burgenland. Deshalb muss in diesem Fall das Vorarlberger Verbot
als Maßstab gelten. Das einheitliche Gesetz muss sich am Wohl der Tiere
orientieren. Darauf hat Animal Spirit im April wieder aufmerksam
gemacht.
Mit einer Aktion am Stephansplatz für ein Verbot der Käfighaltung von Hühnern
und Hasen. Es wird nicht unsere letzte gewesen sein.
Herzliche Einladung an Schulklassen
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer: Wollt Ihr
einmal sehen, wie wirklich glückliche Tiere leben? Wie gesund und kräftig
eine junge Kuh ist, die seit ihrem dritten Lebenstag auf der Weide war?
Wieviel Lebensfreude ehemalige Batteriehühner und Laborkaninchen wieder
empfinden können? Dann besucht doch unseren Gnadenhof Arche Noah. Wir
freuen uns immer sehr über Schulklassen. Nicht umsonst unterstützt der
Verein Animal Spirit das Projekt „Tierschutz im Unterricht“ welches
in vielen Schulen über die wichtige Tierschutzarbeit informiert. Das
macht uns viel Freude und ist für alle Beteiligten immer wieder sehr
spannend.
Für einen Besuch am Gnadenhof bitte einfach bei Herrn Rendl anmelden:
Tel.
0676/49 48 292 oder im Büro 02774/29 330.
Rückfragehinweis: Dr.
Franz-Joseph Plank, Obmann Animal Spirit, 0676/7082434
Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Fax: +43 (0) 2774/29 331
email: office@animal-spirit.at
Spendenkonto:
A: PSK, BLZ 60000, Kto: 75.694.953
D: Volksbank Freilassing BLZ 71090000, Kto: 285943