
26. 09. 2004 - Es geht um Leben oder Tod!
U.a. 14 Löwen, etliche Elefanten, Dutzende
Affen und diverse weitere Tiere stehen vor dem Nichts.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tierfreunde,
vielleicht haben Sie schon von dem Konkurs und anschließendem
Zerfall des Safariparks in Gänserndorf (in der Nähe von Wien) mit
seinen einstmals 850 Wildtieren erfahren. Dieser Park war kein gewöhnlicher
Tierpark, jedenfalls nicht zuletzt - er diente zum Schluß u.a. als
Wildtierauffangstation für Tiere, die beschlagnahmt wurden, für
Wildtiere die nirgends unterkamen - also eine Auffangstelle, die ganz
Europa dringend benötigt, insbesondere aus dem Grund, weil immer mehr Länder
dazu übergehen, Wildtierhaltung in Zirkussen zu verbieten. Wie Sie
vielleicht wissen, weiß niemand wohin mit den Tieren. Wie es schon
jetzt der Fall ist, wissen die Behörden meist nicht wohin mit den
Tieren, wenn es bspw. zu einer behördlichen Beschlagnahme wegen
schlechter Haltung in einem Zirkus kommt. Es wird zwar immer von
Tierbefreiung gesprochen - die Praxis sieht leider völlig anders aus!
Dieser Park hätte die größte Wildtierauffangstation
Europas werden können - eine Wildtierauffangstation, die die meisten
Europäischen Länder überhaupt nicht bieten können, obwohl sich alle
dazu verpflichtet haben.
Wenn Sie überhaupt noch nichts von dieser Tragödie gehört haben,
bitte sich auf der Webseite http://www.tigerfreund.de/safaripark.htm
zu informieren.
Es gibt noch eine letzte Möglichkeit, den Safaripark
vor dem endgültigen AUS zu retten. Dazu gehört, daß der letzte
Investor, der langjährige Zootierarzt Josef Zoher, der sich jetzt
anbietet, mit großem Einsatz von Eigenkapital, den schlimm
angeschlagenen Park zu übernehmen, unsere volle Unterstützung erhält.
Wie Sie in unterem Schreiben lesen können, geht es hauptsächlich
darum, hohe finanzielle Belastungen auszuschalten, die einen
Wiederaufbau des Parks praktisch unmöglich machen. Dementsprechend müssen
wir die Firma Baxter, die ethisch gesehen, hauptsächlich für die ganze
Misere verantwortlich ist, höflich aber bestimmt darum bitten, den
Safaripark nicht länger hängen zu lassen. Mehr dazu in unterem
Schreiben, welches von uns bereits an Baxter geschickt wurde. Wir
ersuchen Sie, ebenfalls an Baxter zu schreiben. Sie können dafür das
Musterschreiben verwenden.
Ihr Schreiben muß aber auch nicht derart ausführlich
sein. Das Wichtigste: Baxter muß an der Vielzahl der Schreiben
erkennen, daß viele Augen auf das blicken, was dieser Konzern in
Zukunft für den angeschlagenen Safaripark tun wird, zumal er weiterhin
die ethische Verantwortung für die ehemaligen Versuchsaffen trägt.
Ich bitte Sie alle mitzumachen, so daß sich eine breite
Front bildet! Bleiben Sie höflich aber bestimmt.
Bitte auch fleißig die Faxnummer zu benutzen, zumal man
Faxe nicht einfach in den Papierkorb klicken kann.
Hier die Anschrift: (2 Firmen, bitte beide anschreiben)
1.) BAXTER Vertriebs GmbH
Landstraßer Hauptstraße 99
A-1030 Wien
Telefax: (+43) 01/71 120-519
Allgemeine Anfragen
Elisabeth Geges - elisabeth_geges@baxter.com
2.) BAXTER-AG Österreich
Industriestrasse 67
A - 1221 Wien
Fax: (+43) 01 / 20100 - 566
Hier das Musterschreiben an Baxter:
Betreff: Baxter-Affen Safaripark Gänserndorf - Kennen
Sie ethische Verantwortung?
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich glaube, es wäre an der Zeit, daß Sie sich ethisch
besinnen und eine Entscheidung treffen.
Sie haben vor gar nicht langer Zeit ein
Tierversuchslabor gekauft, in dem Tiere eingesperrt waren, mit denen Sie
nichts anfangen konnten. Nein, Sie haben mit den Tieren nicht
weiterexperimentiert - Sie haben sie nur übernommen, um sie danach möglichst
schnell loszuwerden. Das ist selbstverständlich Ihr gutes Recht und
auch Ihr damaliger Vertrag mit Herrn Scheifinger, ehemaliger Geschäftsführer
des Safariparks, war so ausgelegt, daß rechtlich alles geregelt war und
Sie rechtlich gesehen, keinerlei Verantwortung trugen.
Aber wie sieht es mit der ethisch-moralischen Seite aus?
Sie haben damals Herrn Scheifinger, ehe er sich versah, eine große Bürde
aufgetragen, eine Bürde, die letztendlich mit dafür verantwortlich
war, daß der Safaripark mit seinen über 850 Wildtieren zerstört
wurde. Nein - das war selbstverständlich auch nicht Ihre Schuld. Herr
Scheifinger hätte nie auf diesen Vertrag eingehen dürfen.
Ganz so war es jedoch leider nicht. Unterhalten wir uns
aber jetzt über die Folgen:
Sie sind ein Unternehmen, welches Medikamente herstellt
und vorgibt, kranken Menschen zu helfen. Ihrem Image nach sind Sie für
Menschen damit eine Art Wohltäter. Können Sie es im gleichen Moment
ethisch verantworten, Dutzende menschliche Existenzen indirekt zu
vernichten? Können Sie es ethisch verantworten, daß durch die hohen
Kosten des Affenhauses ein Wiederaufbau des Safariparks so gut wie unmöglich
erscheint, was zur Folge hat, daß diverse Arbeitsplätze verschwinden
und die Leute auf der Straße stehen? Die Tierpfleger hingen an ihrem
Park und waren aber machtlos, dem Zerfall Ihres Arbeitsplatzes, ihrer
jahrelangen Heimat, für die sie alles taten, entgegenzuwirken.
Ende dieses Monats wird es so weit sein. Der
Masseverwalter, Dr. Ferdinand Bruckner, hat seinen Dienst getan. Danach
fällt der Park ins Bodenlose.
Und immer noch steht dort Ihr Affenhaus, welches schon
diverse Investoren abgeschreckt hat, den Park zu übernehmen und wieder
aufzubauen, weil die laufenden Kosten einfach zu hoch sind. Es wird
davon gesprochen, daß bis zu über 50% der laufenden Kosten ausschließlich
für das Affenhaus benötigt werden. In reellen Zahlen ausgedrückt:
weit über 40.000 Euro monatlich!
Dazu kommt, daß das Affenhaus innen wie außen nie ganz
fertig gestellt wurde, ganz abgesehen von den Außengehegen, die
entweder nicht fertig - oder überhaupt nicht gebaut wurden, weil dem
Safaripark durch diese Belastung schlichtweg das Geld ausging. Folge:
Die Gehege sind absolut unbrauchbar!
Wie gesagt: Sie sind rechtlich nicht dafür
verantwortlich, aber Sie haben eine ethische Verantwortung zu tragen,
eine ethische Verantwortung gegenüber den Menschen und nicht zuletzt
den ganzen Tieren, die durch dieses Projekt ins Verderben gezogen wurden
oder noch werden, wenn Sie nicht schnellstens eingreifen!
Sie haben jetzt noch eine letzte Chance, Ihr Gesicht zu
wahren:
Es ist, wie bereits erwähnt beim Affenhaus von
monatlichen Kosten von 40.000 Euro die Rede, laufenden Unkosten, die so
gut wie kein Investor aufbringen kann, wenn er den zerstörten Park
wieder aufbauen will. Wie aus internen Quellen zu erfahren war, sollen
Sie von diesen weit über 40.000 Euro gerade einmal 19.000 Euro
finanzieren, so daß eine Restsumme von mindestens 21.000 Euro übrig
bleibt, die beim besten Willen kein Investor, abgesehen von den ganzen
anderen Instandsetzungsarbeiten rund um die Affen, aufbringen kann.
Wie man Pressemeldungen entnehmen konnte, wollen Sie die
Versorgung von insgesamt 43 Schimpansen bis an deren Lebensende zahlen.
Wollen Sie das wirklich, oder war es eine Presseente? Und wenn, wie hoch
werden diese Zahlungen sein? So hoch wie die tatsächlichen Kosten? Und
was ist mit den anderen Tieren, die im Affenhaus ein Zuhause fanden? Wer
soll für sie aufkommen? Oder sollte man sie einfach dezent um die Ecke
bringen, um so die Kosten zu senken, für die niemand aufkommen kann,
wenn er nicht ein Großverdiener ist wie Sie? Wer will solche Tiere
haben, bei denen keiner so genau weiß, ob in ihnen irgend ein Virus
schlummert, welches auch für Menschen gefährlich sein könnte?
Vom ethischen Standpunkt her müßten Sie sich
verpflichtet fühlen, sämtliche Wunden zu schließen, so daß der
folgende Investor, in diesem Fall der verbliebene Hauptinteressent, Herr
Diplomtierarzt Josef Zoher, eine Chance erhält, den Park wieder
aufbauen zu können. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang bitte, daß
Herr Zoher, als langjähriger Safaripark-Tierarzt den Park am besten
kennen dürfte. Nach einer endgültigen Schließung gäbe es vielleicht
kein Zurück mehr!
Ein Weiterbestehen des Parks könnte letztendlich sogar
ein Gewinn für Sie sein, zumal Sie nicht nur den Tieren, sondern auch
Menschen unter die Arme greifen, denen Sie mit Ihrem damaligen Vertrag,
auch wenn er völlig rechtens war, eine bittere Zukunft eingebrockt
haben. Hinzu kommt, daß es mit dem Affenhaus wohl sehr düster aussehen
wird, wenn Tierarzt Zoher den Park nicht erhalten sollte. Sie werden
letztendlich die ethische Verantwortung tragen - und es werden Fragen
gestellt werden, Fragen, warum es denn alles so schief gelaufen ist.
Bitte teilen Sie mir mit, wie Sie sich letztendlich
entscheiden werden.
Mit freundlichen Grüßen
Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330 Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
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