
02. 03. 2003 - Skandalöse Äusserungen von Landesveterinärdirektor
Franz Karner zur Tiertragödie in Pommersdorf
Der Tierschutzverein "Animal Spirit", der gestern ebenfalls
vor Ort in Pommersdorf (NÖ) war, als die letzten 30 dieser armseligen
Hunde abgeholt wurden, kann die unten stehende Aussagen mit der Kritik
am NÖ Landesveterinärdirektor Franz Karner nur vollinhaltlich bestätigen
und auch mit Fotos und Videomaterial belegen. Auch die Kritik der Nachbarin
und Augenzeugin, Frau Neubauer, an den Behörden und v.a. am zuständigen
Amtstierarzt Dr. Franz Appel in der Sendung "Willkommen Österreich",
wonach diese Zustände bereits vor VIER JAHREN erstmals angezeigt wurden
und seither so gut wie nichts geschehen ist, können wir bestens nachvollziehen.
Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank von "Animal Spirit": "Derartig
katastrophale Zustände und ein solcher Fall von eklatanter und augenscheinlicher
Tierquälerei ist mir in den 15 Jahren meiner aktiven Tierschutztätigkeit
bisher nur bei extremsten Formen der Massentierhaltung untergekommen,
wo ja bekanntlich die Behörden ebenfalls am liebsten wegschauen, wenn
es darum ginge, endlich einmal durchzugreifen und zumindest die schlimmsten
Formen der Tiermißhandlung abzustellen".
Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0)
2774/29 330
Fax: +43 (0) 2774/29 331
email: office@animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK, BLZ 60.000, Kto. 75.694.953
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Klosterneuburg (OTS) - Bezugnehmend auf das Interview,
das im ORF am 27.02.2003 gegeben hat, nimmt der Klosterneuburger Tierschutzverein
dazu Stellung: Zitat Karner: "Tierquälerei ist es erst geworden, als
in den letzten Tagen die Dame scheinbar nicht mehr in der Lage war,
ihre Hunde ausreichend zu füttern, weil sie eben in ihrer Krankheit
so weit fortgeschritten war."
Wir stellen fest: Im NÖ Tierschutzgesetz 1985 §2Tierquälerei
(2)Besonders darf niemand 2.2 ein Tier so halten (unterbringen, füttern
oder pflegen),dass ihm dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt
werden,......
Wie jeder auf den Bildern der Medien sehen konnte, waren
die Tiere mit bis zu 20 cm langen, steinharten Haarkotklumpen am ganzen
Körper behangen, die sich laut Tierarztaussage nicht in wenigen Tagen,
Wochen oder Monaten bilden konnten, sondern im Laufe von 1-2 Jahren.
Diese Kotklumpen ermöglichten weder ein schmerzfreies Gehen - die Tiere
zogen sich teilweise über den Boden - noch einen schmerzfreien Kot-
und Urinabsatz. Die Tiere waren in ihrer Bewegungsfreiheit so stark
eingeschränkt, dass sie einem ihrer Grundbedürfnisse - das Putzen ihrer
Geschlechtsorgane bzw. ihres Felles - nicht nachkommen konnten.
Nach Ansicht des Klosterneuburger Tierschutzvereines hat
man hier gegen das NÖ Tierschutzgesetz verstoßen und den Tieren sehr
wohl bei der Unterbringung und Pflege Schmerzen, Leiden und Folgeschäden
zugefügt, und dies nicht erst in den letzten Tagen. Warum konnte hier
keine Behörde handeln???
Von den 7 Hunden, die der Klosterneuburger Tierschutzverein
übernommen hat, waren 6 stark unterernährt und dehydriert, einem Hund
waren beide Augen ausgeronnen, einer Hündin ein Auge und einer Hündin
ist unter den Kotklumpen ein Ohr "erstickt", weil es nicht durchblutet
wurde. Also rundherum glückliche Tiere!?! Noch ein Detail am Rande:
Von 4 Hunden(3 Zwerpudel mit je 3,5kg und einem Pudel-Schnauzermix zu
11,5kg = insgesamt 22,0 kg Körpergewicht) wurde die Menge von 19,2 kg
Kotklumpen entfernt, wobei die schwere Hündin den geringsten Anteil
an Klumpen am Körper hatte!!!!!
Der Klosterneuburger Tierschutzverein hat heute Anzeige
erstattet.
Rückfragehinweis:
Tierschutzverein Klosterneuburg
Obfrau: Johanna Winter
Tel.: 0676 322 10 64
e-mail: johannawinter@gmx.at