
22. 09. 2010 -
Jetzt liegt es wieder an uns
Jetzt liegt es
wieder an uns
Wie in jedem Herbst
werden in diesen Wochen auch heuer wieder Tausende Haflinger- und
Norikerfohlen auf Pferdemärkte verschleppt und zum Kilopreis an
Schlachthöfe verkauft. Schon seit sieben Jahren arbeitet ANIMAL SPIRIT
intensiv daran, die absurden Gepflogenheiten der österreichischen
Zuchtverbände bekannt zu machen und zu stoppen. Unter dem Deckmäntelchen
der „Erhaltung seltener Haustierrassen“ „produzieren“ die Züchter Jahr
für Jahr unzählige Fohlen, obwohl allen Beteiligten völlig klar ist, daß
fast alle dieser Fohlen im „Alter“ von drei bis sechs Monaten in die
Fleischproduktion verschachert werden. Noch immer sind es zwischen 80
und 90 Prozent die so sterben müssen. Und zwar einzig und allein
deshalb, weil sie das ungeheure „Verbrechen“ begangen haben, nicht von
Geburt an den abstrusen Mode-Idealen der Zuchtverbände zu entsprechen
bzw. einfach „Überschußware“ sind.
Jeden Herbst werden
die Pferdekinder und ihre Mütter brutal auseinandergerissen – ein für
beide Seiten entsetzlicher Schmerz wird verursacht. Dieser Tage ist es
wieder so weit. Mit Ihrer Unterstützung werden wir von ANIMAL SPIRIT
aber alles tun, um auch dieses Jahr wieder so viele Fohlen wie möglich
zu retten.
Goldgräberstimmung
und Gier bei den Züchtern
Völlig ohne Sinn und
Verstand werden in Österreich und Süd-Deutschland pro Jahr Tausende
Noriker- und Haflingerfohlen gezüchtet.
Die Gier einen „Hit“
zu landen, die Jagd nach dem „Goldfohlen“, das einen mit einem Schlag
reich macht, weil es den absurd anmutenden Schönheitskriterien der
Zuchtverbände entspricht. Zuletzt hatte im Jahr 2006 ein
Haflinger-Stutfohlen die Kassen mit über 50.000 Euro zum Klingeln
gebracht. Hinter so einem „Lottosechser“ hecheln alle her und
produzieren dann großteils nur „Ausschuß-Ware“. Daß es sich bei den
kleinen Fohlen um Lebewesen handelt, um Tierkinder, die gut 30 Jahre
leben wollen, die sensibel sind und verletzlich, das ist den
„Goldgräbern“ offenbar egal. Sie verhökern die „Mängelexemplare“ zum
Fleischpreis von 450 bis 700 Euro pro Fohlen.
Verzweiflung und
Panik bei Fohlen und Stuten
Die Gemeinheit und
Brutalität der Menschen geht so weit, daß sie die Stuten dazu
mißbrauchen, ihr eigenes Fohlen in den Tod zu locken. Die Kleinen
sträuben sich nämlich vehement, den Transportanhänger alleine zu
besteigen. So wird die Mutterstute hineingeführt, das Fohlen folgt ihr
voll Vertrauen. Dann wird die Stute weggerissen, die Klappe geht zu und
ein wenige Monate junges Tierbaby steht zitternd und weinend alleine im
Dunkeln, wird über rumpelnde Straßen fortgekarrt. In einer lauten und
brutalen Bierzeltumgebung werden sie vom Anhänger gezerrt, an einen
Balken angebunden und danach an den meistbietenden Viehhändler
versteigert. Die Angst, die Panik, der Schmerz der Fohlen interessiert
die Züchter nicht, was zählt ist allein des Geschäft!
An diesen Prämien
klebt Blut – „Bei meiner Ehr’“
Geld und Profit
treiben die Züchter an und zu allem Überfluß wird dieser Unsinn noch mit
direkten und indirekten Prämien gefördert: AMA-Prämie,
Zuchtverbandsprämie, EU-Prämie – Steuergeld, auch für Fohlenmord. Und
mit Marketingkreationen wie etwa „Milchsaugfohlen“ wird ein hierzulande
vorher praktisch nicht vorhandener Markt für Fohlen- und Pferdefleisch
aufgeblasen. Gourmetkritiker und solche, die sich dafür halten,
schwärmen von Rössl-Schnitzel, Steak oder Braten, anstatt die Moral und
„Ehr’“ zumindest gewisser landwirtschaftlicher Produkte zu verurteilen.
Ist es da wirklich
eine Überraschung, daß im schmutzigen Geschäft mit den Fohlen auch noch
unappetitliche personelle Verflechtungen im Spiel sind? Und ist es da
ein Zufall, daß der Chef des Tiroler Haflingerzuchtverbandes, ein
ehemaliger ÖVP-Nationalrat, gleichzeitig in der Landwirtschaftskammer
arbeitet und für die Zuschüsse an den eigenen Verband zuständig ist? Daß
derselbe Mann auch eine Firma besitzt, die ohne jede Kontrolle
Leistungen verrechnet? Ein Verband, der in den letzten Jahren vom Land
Tirol mehrere Millionen Euro an Förderungen und Zuschüssen kassiert hat.
Das alles hat jetzt der Rechnungshof in einem Bericht kritisiert und
personelle Entflechtungen gefordert. (STANDARD-Bericht vom 4. September
2010)
Wie geht es Max?
Die freigekauften
Tiere brauchen liebevolle Betreuung, um ihre traumatischen Erlebnisse
und gesundheitliche Probleme zu überwinden. Im Oktober 2006 nahm Familie
Doskocil/Fuchs das Norikerfohlen Max auf ihren Hof. Seit eineinhalb
Jahren ist Max ein Wallach und wird zum Wagenpferd ausgebildet. Wir
haben mit Eva Doskocil gesprochen:
AS:
Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein von ANIMAL SPIRIT gerettetes
Fohlen aufzunehmen?
Eva D.:
Ich bin der Ansicht, daß keines der zur Auktion
angebotenen Fohlen zur Salamiproduktion nach Italien fahren sollte.
Nachdem wir einen Hengstjährling (Hafi) hatten und einen Spielgefährten
für ihn suchten, bat ich ANIMAL SPIRIT um Unterstützung. Ich habe dieses
Fohlen gerne aufgenommen und es stand schon im Vorfeld fest, daß das
Pferd bei uns bleiben wird.
AS:
Konnten Sie den Schutzvertrag gleich akzeptieren?
Eva D.:
Ja – warum denn nicht? Er ist zum Wohl des Pferdes! Und
da wir nichts „Böses“ mit unserem Max vor hatten/haben, ist ein
Schutzvertrag auch kein Problem.
AS: Wie erging
es Ihnen in der ersten Zeit? Max war mit seinen knapp fünf Monaten zwar
nicht winzig, aber doch noch zu jung für ein Leben ohne Mutter.
Eva D.:
Max war anfangs sehr distanziert und ängstlich. Die
Trennung mit erst fünf Monaten hat ihm sehr viel von seinem
Selbstbewußtsein genommen, woran wir heute noch hart arbeiten müssen! Es
ist einfach nicht zu verstehen, warum diese Art der Zucht von den
Zuchtverbänden immer noch zugelassen wird. Schließlich wird ja für jedes
Fohlen ein Pferdepaß ausgestellt, also wissen die Verbände auch, wie
viel Nachzucht es gibt und daß nicht alle überleben werden – also für
die Fleischproduktion gezüchtet sind.
AS: Was war das
Schwierigste?
Eva D.:
Stillstehen beim Hufschmied – aber das rechne ich nicht,
denn das ist für alle Jungpferde gleich schwer. Man muß wissen, wie man
mit Junghengsten umzugehen hat (1. Gebot)! Generell gab es keine
Schwierigkeiten. Max lebte gleich nach ein paar Tagen Eingewöhnung mit
unserem Lauser (der Hafihengst) in einem Paddock zusammen. Die beiden
verstanden sich gut und spielten auch sehr wild und täglich miteinander.
Das gehört für Hengste einfach dazu. Es gab nie Verletzungen oder
Futterneid! Es gab also keine Probleme.
AS:
Was war das Schönste?
Eva D.:
Zu sehen
wie er sich endlich zu entwickeln begann. Da er ja in den ersten zwei
Jahren (trotz speziellem Futter) nicht wachsen wollte – Probleme mit den
Zähnen hatte – und einfach nicht reifer wurde. Das Warten hatte sich
gelohnt. Nachdem Max kastriert war, konnte er in die Stutenherde
integriert werden und fand auf Anhieb eine Freundin, die ihn anhimmelt
und das beruht auf Gegenseitigkeit. Und wenn wir ihn von der Koppel
holen, wiehert und galoppiert er uns entgegen! Er fühlt sich wohl – das
ist das Schönste.
Unsere Arbeit für
die Fohlen
ANIMAL SPIRIT kauft –
gemeinsam mit anderen Tierschutz-Organisationen - jedes Jahr möglichst
viele Fohlen auf Pferdemärkten frei, um sie vor dem sicheren Tod im
Schlachthof zu bewahren. Wir suchen gute Plätze für die freigekauften
Tiere, organisieren die Transporte, halten regelmäßig Kontakt mit den
neuen EigentümerInnen und sorgen für Kontrollen.
Bei einigen der
Pferdemärkte erreichen wir mit Aktionen große Aufmerksamkeit und
betreiben intensive Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für einen besseren
Schutz der Fohlen. Dafür diskutieren wir mit den Zuchtverbänden, aber
auch mit MedienvertreterInnen, um zu sensibilisieren und Veränderungen
zu bewirken. Mittlerweile gibt es deshalb auch schon ZüchterInnen, die
ausschließlich Pferde fürs Reiten, Wandern oder die Kutsche züchten
wollen und die Verbände wegen der offensiv propagierten „Rösslfleisch“-Produktion
kritisieren, was ihnen oft Schwierigkeiten beschert. Hier ist es
wichtig, dranzubleiben und weiter zu machen.
Außerdem hat ANIMAL
SPIRIT jetzt eine Online-Petition an die Zuchtverbände und den
Landwirtschaftsminister gestartet.
Unsere dringendsten
Forderungen
> Keine Fohlenzucht
für das Schlachthaus!
> Stopp den
Langstrecken-Pferdetransporten!
> Verschärfung der
Richtlinien für die Noriker- und =Haflingerzucht.
> Abschaffung der
Förderungen für die jährliche =„Fohlenproduktion“.
Bitte spenden Sie
jetzt für die Fohlenrettung!
Ein Fohlen kostet
heuer, je nach Gewicht, zwischen 450 und 700 Euro. Wir bitten Sie, so
rasch wie möglich und so großzügig wie möglich zu spenden. Jeder Euro
wird gebraucht, damit wir wieder viele Leben retten können. Die
Freikaufaktionen sind die einzige Überlebenschance für die Fohlen – bis
die Verbände endlich auf unsere Forderungen eingehen.
Danke für Ihre
Spende! Danke für Ihre rasche Spende!
Haben Sie ein Herz
für Pferde?
Und auch einen guten
Platz? ANIMAL SPIRIT sucht Menschen, die Fohlen aufnehmen möchten und
auch genug Platz dafür haben. Sie müßten sich bereit erklären,
Kontrollen zuzulassen. Ein Schutzvertrag, den Sie unterzeichnen, würde
sicherstellen, daß Fohlen artgerecht gehalten, nicht zur Zucht verwendet
und natürlich nicht geschlachtet werden dürfen.
Haben Sie Lust, ab
und zu nach den Fohlen zu sehen?
ANIMAL SPIRIT sucht
ehrenamtliche KontrolleurInnen, die sich mit Pferdehaltung auskennen. Es
geht um die Kontrollgebiete Oberösterreich/Salzburg,
Niederösterreich/Burgenland und Steiermark/Kärnten.
Wir freuen uns auf
Ihre Anfrage unter Tel. (+43) 02774/29330 oder
office@animal-spirit.at
A: P.S.K., BLZ 60000, Kto:
75.694.953,
BIC: OPSKATWW,
IBAN: AT826000000075694953
D: Volksbank Freilassing,
BLZ 71090000, Kto: 285943
Sie können ANIMAL SPIRIT
online spenden, per e-Spende unter
www.oncharity.at/animal/main.asp
ANIMAL
SPIRIT macht auch Tierschutz im Unterricht:
www.tierschutzunterricht.at
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email:
office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953, BLZ 60000
Online spenden: www.oncharity.at/animal