
26. 03. 2009 - Mailing 3/2009 - Im Bauch ein knurrendes Tier
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Wir
waren ein ganzes Rudel. Wir lagen da, eng aneinander gekuschelt, aber
sonst war da nur Leere und die Zeit verstrich. Ich wurde schwächer, weil
das bissige Tier in meinem Bauch keine Ruhe gab. Nur die Pfote einer
Schwester im Ohr und das Fell eines Bruders an meinem Gesicht waren
beruhigend. Oft mußten wir uns kratzen. Wir schliefen viel. Manchmal war
es stiller. Dann waren wir naß und froren. Es duftete ein wenig modrig,
ein interessanter Geruch, der von einem nahen Fluss kam. Ab und zu
standen ein paar von uns auf und stolperten in seine Richtung. Ich hatte
ein wenig Angst.
Wir
schnüffelten und witterten und kauten einander an den Ohren. Wir
winselten und nichts geschah.
Bis auf einmal Menschen da waren. Einer streichelte meinen Bauch, in dem
das Tier gleich gurgelnd aufbrüllte. Sie nahmen uns mit. Und dann wußte
ich, was das Tier in meinem Bauch zähmen konnte, ein Brei aus Flocken
und Kraftbrühe.
Jetzt werde ich mit jedem Brei stärker und wachse. Ich schlafe weniger
und spiele viel. Die Menschen sind freundlich. Sie suchen einen Platz,
wo es immer Brei für mich gibt. Wo ich das wilde Tier für immer
vergessen kann ...
So könnte einer der 27
Welpen erzählen, die unsere Partnerorganisation „Care for Dogs“ unter
einer Brücke- gefunden hat. Wir bitten Sie heute um Hilfe für die
-Straßenhunde in Thailand.
Mit jedem Welpen wird das Elend der Streunerhunde größer
In der Stadt Chiang Mai leben – wie auch in anderen Gebieten Thailands –
unzählige Streunerhunde ein hartes Leben auf der Straße. Die wenigsten
von ihnen werden alt.
Viele werden von Autos
oder Motorrädern angefahren und schleppen sich verletzt, mit gebrochenen
Gliedern, ausgekegelten Gelenken und klaffenden Wunden durch die
Straßen. Manche werden von Hundefängern erwischt, besonders gefährdet
sind dabei Hündinnen, die gerade für Welpen sorgen und geschwächte
Hunde. Viele der Tiere leiden an tropischen Infektionen wie dem Herzwurm
oder sind von schrecklichen Geschwüren bedeckt. Krankheiten wie Räude
und Staupe, die eigentlich einfach zu behandeln oder zu verhindern
wären, verbreiten sich ungehindert und entstellen die Tiere derart, daß
die meisten Menschen sie nicht mehr in ihrer Nähe dulden. So werden sie
getreten und von potentiellen Futterquellen wie Märkten oder Hinterhöfen
von Restaurants verjagt. Je kranker ein Hund ist, umso schwieriger kommt
er durch. Was allerdings zu gut „klappt“ ist die Vermehrung. Schmutziges
Wasser, schlechtes Fressen und die starke Population sorgen dafür, daß
sich Krankheiten ständig weiter verbreiten und die meisten Tiere ein
qualvolles Leben haben. Richtig gesund sind wenige, schon die Welpen
kommen oft mit Staupe zur Welt.
Natürlich gibt es auch
tierliebende Menschen in Thailand, aber es sind einfach viel zu viele
Hunde. Die einzigen friedlichen Inseln im Alltag sind die buddhistischen
Klöster. Sie dienen den Tieren oft als Zuflucht und Rückzugsgebiete.
Einige Mönche geben ihnen Essensreste, sind aber selbst arm und mit der
Situation völlig überfordert. Das Problem wächst auch den Mönchen über
den Kopf.
Die unkontrollierte
Vermehrung spitzt die Situation extrem zu und macht sie für Hunde wie
Menschen schwer erträglich. Je mehr Welpen zur Welt kommen, umso mehr
werden die Hunde für die Menschen zur Plage, umso schlechter werden dann
letztendlich alle behandelt. Es ist ein Kreislauf, der sich ständig
fortsetzt, der aber leicht zu durchbrechen wäre: Durch Sterilisationen.
„Einen Hund zu retten, wird die Welt nicht verändern, aber mit
Sicherheit wird sich die Welt für diesen einen Hund verändern.“
Natürlich können sich Karin Hawelka und ihre HelferInnen nicht um jeden
Hund kümmern. Schweren Herzens entscheiden sie sich vor allem für die
Aufnahme der ärmsten Tiere, um die Kapazität der kleinen Hundestation
nicht zu sprengen. Dazu noch die hilflosen Welpen, bei
denen
die Chance auf eine baldige Weitervermittlung am größten ist.
Hier drei kurze
Geschichten von Hunden, denen durch die Behandlung ihrer Leiden das
Leben gerettet wurde, das gleichzeitig eine neue, hoffnungsvollere
Richtung nahm.
Hoy wurde auf einem
Markt gefunden. Als er zu „Care for Dogs“ kam, brachte sein Anblick eine
Besucherin sofort zum Weinen, so furchtbar war seine Verfassung. Die
Augen waren von grässlichen Tumoren bedeckt und nicht mehr zu sehen,
der gesamte Körper war von Blasen, Beulen, offenen Wunden überzogen. Hoy
sah nichts mehr und hatte sich in der letzten Zeit nur mehr mühsam von
Essensresten ernähren können, entsprechend mager war er dann auch. Doch
selbst schwer kranken Hunden wie Hoy kann geholfen werden. Schon einige
Tage nachdem Hoy die erste Chemotherapie-Spritze bekommen hatte, war der
Tumor am rechten Aug kleiner geworden und das Auge wurde sichtbar. Jetzt
hoffen wir, daß Hoy auf die weitere Behandlung gut ansprechen wird und
ganz geheilt werden kann.
Thong-Suay ist einer
der vielen Hunde, die eigentlich einen Besitzer haben. Nachbarn hatten
auf das Schicksal des vernachlässigten Tieres aufmerksam gemacht. Er
hatte eine riesige offene Wunde am Vorderbein, die bereits von
unzähligen Maden befallen war. Die schlimme Wunde wurde behandelt,
sorgfältig gereinigt und verbunden, Thong-Suay bekommt Schmerz-mittel
und Medikamente. Wir rechnen damit, daß die Wunde in zwei Monaten
geheilt sein wird.
Die kleine Jo-Jo wurde
mit gebrochenem Bein hilflos in einem Tempel gefunden. Die Mönche geben
den Tieren zwar, was sie an Essen übrig haben, doch für medizinische
Behandlungen haben sie kein Geld. Dann rufen sie bei „Care for Dogs“ an.
Jo-Jo, die große Schmerzen hatte, bekam für drei Wochen einen Gips.
Erfreulicherweise ist das Bein gut geheilt und sie konnte es sofort
wieder belasten, worüber sich Jo-Jo überglücklich zeigte. Die
entzückende Hündin bekommt hoffentlich bald einen guten Platz.
Täglich landen neue
Schützlinge mit ähnlichen Schicksalen bei Karin Hawelka. Damit es in
Zukunft weniger werden, soll ihre Vermehrung unter Kontrolle gebracht
werden.
Als Welpen unter einer Brücke gefunden wurden, waren sie maximal
sechs Wochen alt. In diesem Alter sollte ein Welpe noch bei der
stillenden Mutter sein. Die Aufnahme so vieler Welpen ist problematisch,
denn sie nehmen schwer kranken erwachsenen Tieren, die dringend
behandelt werden müßten, Überlebenschancen. Auch kommen Hündinnen besser
durch, wenn sie nicht mehr zweimal im Jahr werfen und sich um Welpen
kümmern müssen. Die Würfe einzuschränken ist daher sehr wichtig. Derzeit
führt „Care for Dogs" an die 500 Sterilisationen im Jahr durch, aber
mindestens doppelt so viele wären notwendig. Dafür brauchen wir Ihre
Hilfe.
Hunde in Thailand
Tiere werden in
Thailand teilweise sehr schlimm behandelt, viele Menschen stehen den
Leiden der Hunde wirklich gleichgültig gegenüber. Und es ist sogar
Tatsache, daß in Thailand Hundefleisch ein gutes Geschäft ist. Hunde
werden gefangen und in brutalen Tiertransporten nach Vietnam oder Laos
exportiert. Es fällt uns schwer, nachzuvollziehen, daß Hunde in Asien
einen anderen Stellenwert haben. Uns, die wir Hunde als Freunde
betrachten, erscheint es völlig verrückt, daß man Hund isst. Wie kann
man nur Hund essen!
Ebenso empört könnten
wir bei uns in Österreich aber oft ausrufen: Wie kann man nur Hund
anziehen! Denn auch bei uns Hundeliebhaberinnen und -liebhabern wird
mit toten Hunden Geld gemacht.
Achten
Sie auf der Straße oder in Geschäften einmal auf fellbesetzte Krägen,
Kapuzen, Schuhe oder Taschen. Schauen Sie sich Jacken oder Mäntel
genauer an. Was Sie da an Fellbesatz sehen ist oft Hundefell aus Asien.
Unsere Partnerorganisation „Care for Dogs“
Seit fünf Jahren
leitet Karin Hawelka die Tierschutzorganisation „Care for Dogs“ in der
zweitgrößten Stadt Thailands. Das Tierheim ist nicht groß, doch die
Hunde werden dort besser gehalten als in manchen europäischen Heimen.
Während sie bei uns meist in Einzelkäfigen untergebracht sind, können
sie dort in kleinen Rudeln zusammenbleiben, wie es ihrem Wesen
entspricht.
Hundert Hunde können
derzeit aufgenommen und gepflegt werden, mehr als 200 werden jährlich an
gute Plätze weitervermittelt, sind also von der Straße
weg und haben die Chance auf ein gutes Leben.
Täglich sind Karin
Hawelka und ihre HelferInnen unterwegs, um Hunde an bestimmten Plätzen
zu füttern. Tiere, die nicht aufgenommen werden können, werden in ihren
Revieren medizinisch versorgt oder für die Sterilisation mitgenommen.
Und scheue Hunde, die Probleme haben, werden von freundlichen Menschen
in der Nachbarschaft beobachtet, um im Notfall Alarm zu geben. Fast 500
Sterilisationen kann „Care for Dogs" mit eigenen Mitteln jährlich
durchführen, mehr als doppelt so viele wären aber notwendig.
Die HelferInnen
arbeiten auf ehrenamtlicher Basis, immer wieder kommen Menschen aus den
USA oder Europa um für einige Wochen mitzuarbeiten. „Care for Dogs“
hilft auch den buddhistischen Mönchen bei der Betreuung der vielen
Tempelhunde, die untersucht, geimpft und mit Futter versorgt werden.
23 Euro für eine Sterilisation
Mehr Sterilisationen
durchzuführen hat jetzt oberste Priorität. Dabei wird systematisch
vorgegangen, um ein Hunderevier nach dem anderen „nachwuchsfrei“ zu
bekommen. Diese Vorgangsweise hat sich als die beste und
tierfreundlichste erwiesen. ANIMAL SPIRIT bittet Sie dafür dringend um
eine Spende. Bitte denken Sie daran, daß mit jeder Hündin, die keine
zwei Würfe mehr im Jahr zur Welt bringt, die Situation für die Hunde
insgesamt um vieles leichter wird. Der Eingriff inkl. Nachbetreuung
kostet pro Hündin 23 Euro. Während sie sich davon erholt, wird sie in
der Hundestation auch gleich durchgecheckt und ein paar Tage verwöhnt
und kann dann wieder in ihr ursprüngliches Revier zurückkehren. Für
vermittelbare Tiere, das sind in der Regel schönere, jüngere Hunde,
werden gleich Plätze gesucht.
Warum ANIMAL SPIRIT helfen will
Vielleicht fragen Sie
sich, warum ANIMAL SPIRIT ausgerechnet diese kleine Hundeorganisation
in Thailand unterstützt und sogar Geld für sie sammelt. Eine gute Frage,
ganz ehrlich. Die einzige vernünftige Antwort, die wir darauf geben
können ist, daß wir „Care for Dogs" nicht mehr aus unserem Herzen
streichen können. Dazu haben wir zu viele dieser schrecklich leidenden
Hunde gesehen. Und weil wir auch gesehen haben, wie relativ einfach
ihnen zu helfen ist, wären wir froh und dankbar, wenn auch unsere
SpenderInnen dieses Anliegen teilen und helfen.
Bitte
folgen Sie Ihrem Mitgefühl und spenden Sie. Herzlichen Dank!
Bitte
unterstützen Sie unsere Arbeit für den Tierschutz!
A: P.S.K.,
BLZ 60000, Kto: 75.694.953,
BIC: OPSKATWW, IBAN: AT826000000075694953
D: Volksbank Freilassing, BLZ 71090000, Kto: 285943
Sie können ANIMAL SPIRIT
online spenden, per e-Spende unter
www.oncharity.at/animal/main.asp
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email:
office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953, BLZ 60000
Online spenden: www.oncharity.at/animal