
17. 11. 2009 - Mailing 6/2009 - Vom Goldesel zum Pechesel
(Auch als
PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)
Die neun Esel, die
seit einigen Jahren auf unseren Gnadenhöfen leben, waren für uns ein
erster Grund, mehr über diese Tiere nachzudenken. In Europa sind Esel an
sich ein seltener Anblick geworden, in Österreich sehen wir sie
höchstens noch im Streichelzoo oder im Zirkus. Früher war das anders.
Die freundlichen Gesellen waren häufig beim Tragen und Ziehen von Lasten
anzutreffen, am längsten gehörten sie ins südeuropäische Straßenbild.
Wer einen Esel besaß, hatte Glück, denn Esel haben ihren Besitzern seit
jeher viel abgenommen und eingebracht. Trotzdem wurden sie auch in
Südeuropa schließlich von Kraftfahrzeugen verdrängt.
Doch in ärmeren
Ländern der Erde sind Esel bis heute ein fixer und unverzichtbarer
Bestandteil des Alltags. Als Haupttrage- und Nutztiere sind sie überall
im Einsatz. Leider werden ihnen ihre unglaublichen Leistungen selten
gedankt. Sie werden sogar sehr schlecht behandelt, weil sie vor allem
den ärmsten Leuten gehören. Und wen das Leben hart anfaßt, der geht oft
selbst nicht freundlich mit Schwächeren um.
Der edle Charakter des
Esels lädt beinahe dazu ein. Es sind seine sprichwörtliche Genügsamkeit
und die „Eselsgeduld“, die Menschen verleitet, besonders grob mit den
gutmütigen Tieren umzugehen. Vielleicht mußten Sie in einem Urlaubsland
selbst schon miterleben, wie ein Esel geschlagen wurde.
Für solche armen Esel
wollen wir noch jetzt vor Weihnachten etwas sehr Effizientes tun. In
Ägypten, in der Nähe von Luxor, hat sich Herr Dr. Plank ein
eindrucksvolles Eselprojekt angesehen, das wir mit Ihrer Hilfe
unterstützen möchten.
Ein Besuch in der Nähe von Luxor
Die Siedlung Beirat
unweit von Luxor am Nil, die Herr Dr. Plank besucht hat, ist ein
typisches Beispiel für ihre Verbreitung, hier kommen auf etwa 12.000
Menschen an die 3.000 Esel. Noch vor drei Jahren gab es für sie
keinerlei tierärztliche Versorgung, bis schließlich der Schweizer Hans
Hunziker mit dem Verein „Pericles“ ein Eselprojekt aufbaute, das bei den
Leuten inzwischen gut bekannt ist. In einem kleinen Tierhospital
behandeln ein Tierarzt und mehrere Helfer kostenlos verletzte oder
kranke Esel.
Die Eindrücke, die
Herr Dr. Plank von seinem Besuch mitgebracht hat, waren selbst für ihn,
der allerhand gewohnt ist, erschütternd. Die Menschen leben in bitterer
Armut und kämpfen täglich, um ihre Familien halbwegs ernähren zu können.
Für sie spielt die enorme Belastbarkeit von Eseln eine große Rolle. Bei
45 Grad Hitze plagen sich die Tiere den ganzen Tag, ziehen unfaßbar
schwere Lasten und erhalten zum „Dank“ armseliges Futter und schlechte
Behandlung.
Nicht nur die schwere Arbeit ist das Problem
Jeder der den Alltag
in nordafrikanischen Ländern miterlebt hat, weiß, daß die Menschen nicht
auf Esel verzichten können. Die Esel gehen ihrer Arbeit bis zur
Erschöpfung mit großer Aufopferung nach. Hört ein Tier auf zu arbeiten,
bedeutet dies leider meist, daß sein Tod nahe ist.
Das Hauptproblem sind
Verletzungen, die nicht behandelt werden und zu Infektionen führen. Das
sind etwa Verletzungen am Nasenrücken oder im Genick, die von
schrecklichen Halftern stammen. Einschneidende Schnüre, Drähte, Ketten
und Kabel, alles wird den Eseln um den Kopf geknotet. Hauptsache, es
kostet nichts. Diese „Folterhalfter“ kerben Tag für Tag offene Wunden
ein, die den Tieren mit jedem Zug am Halfter schreckliche Pein zufügen.
Auch die Hufe, die nicht gepflegt aber übermäßig belastet werden,
verursachen oft Schmerzen. Tetanus, Geschwüre, gebrochene Beine,
Augenentzündungen durch den ständigen Staub und Muskelrisse sind die
häufigsten Verletzungen und Erkrankungen, die vom lokalen Tierarzt des
Vereins „Pericles“ behandelt werden müssen.
Was ein richtiges Halfter bewirken kann
Der Verein „Pericles“
hat begonnen, kostenlos ordentliche Halfter zu verteilen, ihre alten
Halfter müssen die Eselbesitzer dafür abgeben. Seit die Aktion bekannt
wurde, kommen laufend Menschen mit ihren Tieren, für die bescheidenen
Mittel von „Pericles“ leider zu viele. Die neuen Nylonhalfter, die von
Frauen vor Ort hergestellt werden, ersparen den Eseln aber so viel Leid
und Schmerz, daß wir spontan beschlossen haben, „Pericles“ bei der
Aktion zu unterstützen. Noch vor Weihnachten soll jeder Esel in Beirat
ein gutes Halfter tragen. Wir bitten Sie herzlich, uns mit einer Spende
dabei zu helfen.
Das Halfter ist ein
zentrales Element bei der Arbeit, welche die Esel täglich verrichten.
Ständig werden sie daran geführt, gezogen, festgebunden. Ein stabiles
Nylonhalfter mit breiten weichen Trägern verursacht keine Wunden.
Außerdem wollen wir Pericles noch genug Desinfektionsmittel, Wundsalben
und Parasitenmittel zur Verfügung stellen, denn auch das wird dringend
und ständig gebraucht. Der Tierarzt Dr. Mossad, der mit seinem Moped
auch zu den Leuten fährt, soll fallweise Unterstützung bekommen.
Dr. Plank hält sehr
viel von diesem Projekt. Pericles hat in den letzten drei Jahren
bewiesen, daß man auch mit ganz wenigen Mitteln viel erreichen kann. Mit
ein bißchen mehr Geld können Hans Hunziker und sein Team sehr viel mehr
verändern.
Der „bedürfnislose Sohn der Wüste“
Der Hausesel stammt
vom afrikanischen Wildesel ab, der heute wahrscheinlich ausgestorben
ist. Seine Domestizierung begann im Nildelta vor rund 6000 Jahren. Damit
ist der Esel ein besonders treuer Wegbegleiter des Menschen. Nicht
umsonst sind in der Bibel, in der Mythologie, in Märchen und Fabeln
unzählige Eselgeschichten überliefert. Von der Krippe in Bethlehem über
die Bremer Stadtmusikanten und den Goldesel, der seine Besitzer reich
macht.
Die meisten Esel leben
heute in den Halbwüsten und Savannen Nordafrikas und Vorderasiens. In
der Wildnis bilden sie kleine Herden von vier bis zehn Tieren, ein
Hengst führt Stuten und Fohlen. Bei großer Dürre und schwierigen
Bedingungen schließen sich mehrere Herden lose zu einem größeren Verband
zusammen.
Es gibt braune, graue,
schwarze und weiße Esel, charakteristisch sind ihr weißes Maul, der
weiße Bauch und die langen Ohren mit den dichten Haarbüscheln. Esel sind
sehr intelligent und sozial, sie suchen die Nähe des Menschen. Sie
können bis zu 40 Jahre alt werden. Eselstuten sind 370 Tage trächtig,
die Fohlen können praktisch sofort aufstehen, brauchen aber mit einer
Stillzeit von 6 bis 9 Monaten die Mutter relativ lange.
Als anspruchslose
Esser sind die Esel in Ägypten ideal an ihre karge Umgebung angepasst,
sie können sogar tagelang fasten und geben sich mit dem zufrieden, was
sie vorfinden – Gräser, Kräuter, Laub von Bäumen und sogar Disteln.
Auch bei uns in Europa
fand der Esel als Reit- und Lasttier Verbreitung. Papst Johannes XXIII.
soll gesagt haben „Wo das Pferd versagt, schafft es der Esel“. Diese
Behauptung stimmt auf jeden Fall in einigen Punkten. Er braucht viel
weniger Wasser als ein Pferd und ist trittsicherer, weil sich seine Hufe
sogar steinigen, lockeren Untergründen perfekt anpassen. Esel können
dabei sogar ein Tempo von 40 bis 50 Kilometern pro Stunde erreichen. Im
Gegensatz zum Pferd ist der Esel kein Fluchttier, bei Gefahr läuft er
nicht davon, sondern erstarrt buchstäblich. Wird er geschlagen,
verweigert das Tier, daher auch sein Ruf „störrisch“ zu sein. Die große
Arbeitsleistung, die Esel erbringen können, steht in krassem Gegensatz
zu ihren Bedürfnissen. Die Tiere leisten viel mehr als sie brauchen und
sind bei guter Haltung kaum krank.
Wie der Esel in die Krippe kam
Franz von Assisi gilt
als „Erfinder“ des weihnachtlichen Krippenspiels. Der Legende nach ließ
er 1223 in Greccio das erste Mal das Weihnachtsevangelium in Form einer
lebenden Krippe darstellen. Ochse und Esel wurden angeblich nach einem
Zitat des Propheten Jesaja ausgewählt: „Der Ochse kennt seinen Besitzer
und der Esel die Krippe des Herrn“ (Jesaja 1,3).
Mit Ihrer Spende nehmen Sie den Eseln ihr Leid ab!
Die ägyptischen Last-
und Tragesel leisten viel und müssen viel erdulden. Bitte unterstützen
Sie uns, damit sich ihre Lebensbedingungen verbessern. Schon mit wenigen
Maßnahmen können wir viel erreichen.
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Jeder der ca. 3000
Esel in Beirat/Ägypten soll kostenlos ein neues Halfter bekommen.
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Wir brauchen genug
Medikamente für die laufende Versorgung der Tiere.
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Ein zweiter Tierarzt
soll mithelfen, damit kein Esel mehr sinnlos sterben muß. Wir suchen
dafür einen jungen, engagierten Tierarzt, Tel.: (+43) 02774/29330.
Je mehr Spenden wir
erhalten, umso mehr kann der Verein „Pericles“ in Beirat/Ägypten für die
armen Esel tun.
Um jedem Esel ein
Halfter schenken und mit den allernotwendigsten Medikamenten versorgen
zu können, brauchen wir insgesamt 9.000 Euro. Mit Ihrer Spende schaffen
wir das bis Weihnachten. Jede Spende hilft! DANKE
ANIMAL SPIRIT – mit aller Kraft und Ihrer Unterstützung für die
Tiere!
Die Geschichte von
ANIMAL SPIRIT begann mit dem Wunsch des Tierarztes und Tierschützers Dr.
Franz-Joseph Plank, etwas für die Situation gequälter Nutztiere zu tun.
Schweine und Rinder in Massentierfabriken, Hühner in Legebatterien,
Kaninchen in Labors und Tiertransporte durch ganz Europa waren von
Beginn an die ersten Arbeitsbereiche.
Als Signal nach außen
wurden zwei Gnadenhöfe am Hendlberg (Niederösterreich) und in Esternberg
(Oberösterreich) eingerichtet, wo inzwischen über 400 gerettete Tiere in
Frieden ihr Leben verbringen. Die Gnadenhöfe sind auch für das Team von
ANIMAL SPIRIT eine wichtige Motivation, denn die Arbeit im Tierschutz
ist oft erschütternd und geht an die Substanz. Ohne treue Freundinnen
und Freunde, die ANIMAL SPIRIT finanziell unterstützen, wäre gar nichts
möglich. An dieser Stelle an ALLE ein HERZLICHES DANKESCHÖN!
ANIMAL SPIRIT setzt
sich auch auf politischer Ebene für bessere Haltungsbedingungen von
„Nutztieren“ ein. Dazu gehört auch Dr. Planks jahrzehntelanger Einsatz
gegen Tiertransporte kreuz und quer durch Europa.
In den letzten Jahren
haben wir massiv zum Thema Fohlen gearbeitet und konnten bei Auktionen
mehr als 300 Haflinger- und Norikerfohlen vor dem Schlachthof freikaufen
und an gute Plätze vermitteln, wo sie heute in Sicherheit leben.
Außerdem helfen wir
kleinen Tierschutzprojekten, die oft mit viel Engagement und kaum Geld
sehr viel für Tiere erreichen. Das können kleine Gnadenhöfe in
Österreich sein, Tierheime in Ost-Europa, aber auch ein
Streunerhundeprojekt in Thailand oder dieses Eselprojekt in Ägypten.
A: P.S.K., BLZ 60000, Kto:
75.694.953,
BIC: OPSKATWW,
IBAN: AT826000000075694953
D: Volksbank Freilassing,
BLZ 71090000, Kto: 285943
Sie können ANIMAL SPIRIT
online spenden, per e-Spende unter
www.oncharity.at/animal/main.asp
ANIMAL
SPIRIT macht auch Tierschutz im Unterricht:
www.tierschutzunterricht.at
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email:
office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953, BLZ 60000
Online spenden: www.oncharity.at/animal