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09. 11. 2007 - Das Höllenfest für "Martinigänse"
 

Am kommenden Sonntag, den 11.11.07, wird wieder das Fest des Heiligen Martin gefeiert - für Gänse und Enten bedeutet das allerdings nur ein traditionelles "Höllenfest". Seit Tagen stehen die Federtiere als Angebote auf diversen Speisekarten und sind Inhalt von "Gourmet"-Küchen, weil es eben so "Tradition" ist. Doch die braun-knusprig gebratenen Tier-Teile erinnern nicht mehr an die schlimmen Qualen, die dieser "Festschmaus" zu Lebzeiten erdulden mußte.

Die Tradition geht zurück auf den heiligen Martin, der im 4. Jh.n.Chr. einem Bettler seinen halben Mantel geschenkt haben soll. Warum aber werden die Tiere am Feiertag zu Ehren dieses Mannes in den Ofen geschoben? Der Volksmund bringt es in einem Satz auf den Punkt: "Die Gänse Sankt Martin haben verraten, drum tut man sie jetzt braten." Nach der Legende wollte Martin keinesfalls Bischof von Tours werden, sondern lieber ein bescheidener Mönch bleiben und versteckte sich daher in einem Gänsestall. Doch die Gänse machten den üblichen Lärm und haben Martin so verraten. Dafür müssen sie jetzt - nach 16 Jahrhunderten - noch immer "büssen"...

400.000 Gänse sterben jedes Jahr für Österreichs "Gourmets"

In Österreich werden pro Jahr etwa 400.000 Gänse verspeist, v.a. zu Martini und Weihnachten. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Gänsefleisch lag im Vorjahr bei 0,2 kg. Nicht einmal 20 % davon stammen noch aus österreichischen Betrieben, v.a. aus dem Bgld, NÖ und OÖ. Der Rest wird von ausländischen Mastfabriken importiert, zumeist aus Ungarn, aber auch aus Frankreich, Bulgarien, Polen oder Israel, ja sogar Südafrika. Während in Österreich im neuen Tierschutzgesetz die Gänsemast einigermaßen geregelt ist, ist in diesen Ländern "Tierschutz" praktisch noch ein Fremdwort.

Vor allem im Nachbarland Ungarn ist die ganzjährige Gänsezucht und Mast zu einem lukrativen Geschäft geworden. Die Haltungsbedingungen der Tiere für die Pfanne, für die Stopfleber und für die Daunengewinnung sind großteils katastrophal. Gänseleber-Produktion, die mit der normalen Mast untrennbar verbunden ist, ist ein besonders grausames Produkt menschlicher Genußsucht: Sie wird aus der krankhaft vergrößerten Leber (sie wiegt dann letztlich das 10-fache des Normalgewichts, also ca. 1 kg!) zwangsgestopfter Tiere hergestellt. Die Vögel werden in derart winzigen Einzelkäfigen gehalten, daß es ihnen weder möglich ist, zu stehen noch die Flügel auszubreiten. Während rund 3 Wochen wird den Tieren mehrmals täglich ein Metallrohr durch den Hals bis in den Magen eingeführt. Mit einer Druckluftpumpe wird täglich bis zu einem Kilo Mais und Fett in ihren Magen gepreßt - das entspricht bei einem Menschen einer Menge von etwa 16 Kilogramm Spaghetti! Bei dieser Prozedur kommt es häufig zu schweren Verletzungen der Speiseröhre. Bei falscher Dosierung der Futtermenge platzt der Magen der Tiere, worauf sie grausam verenden. Die "Ausfalls"-Quote während der relativ kurzen Stopfperiode beträgt bis zu 5%!

Bitte auf Tierqual-Produkte verzichten!

Die Produktion von Stopflebern ist zwar in Österreich verboten, es werden aber - wie auch andere Tierqual-Produkte, z.B. Pelze - jede Menge frei nach Österreich importiert. ANIMAL SPIRIT plädiert daher erneut für ein Importverbot für Stopflebern sowie von Enten und Gänsen, deren Haltungsbedingungen nicht dem österreichischen Tierschutzgesetz (Verbot von Käfigen, Haltung auf Stroh mit Auslauf ins Freie) entsprechen.
Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank: "Ich habe mit eigenen Augen in Ungarn mit ansehen müssen, wie diese armen Tiere gestopft und geschlachtet werden - ein schrecklicher Anblick. Wir ersuchen alle KonsumentInnen, auf diese sogenannte Delikatesse, sowie zumindest auf importiertes Geflügel zu verzichten!"

Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph Plank, 0676/7082434

 

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Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953
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