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01. 12. 2003 - Mastkaninchen - Ein kurzes Leben voller Leiden

Den meisten Menschen ist die gequälte Legehenne im engen Käfig ein Begriff und sie greifen daher, wenn sie Eier essen, lieber zum Freilandei. Die wenigsten wissen aber, wie das Kaninchen, welches zunehmend als Festtagsbraten auf dem Tisch landet, vor seinem frühen Tod gelebt hat. Mehrere tausend Tonnen Kaninchenfleisch werden pro Jahr allein in Österreich verspeist. Im Unterschied zu anderen "Nutztieren" findet das Leiden der industriell gemästeten Kaninchen jedoch kaum Beachtung. Sog. Mastkaninchen mit einem Gewicht bis zu 3,3 Kilogramm steht ein 20 x 40 Zentimeter "großer" Käfig ohne Streu und ohne Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. So hocken die Tiere lebenslänglich in den Käfigen, die ihnen nicht einmal artgemäßes Sitzen erlauben, und das "Männchen machen" und Hoppeln schon gar nicht.

Die Folgen: Entzündungen und Verletzungen an den Hinterpfoten, schmerzhafte Skelettveränderungen, die u.a. zu Knochenbrüchen führen, Krallenverletzungen, Ballengeschwüre, schwere Verdauungsstörungen, hervorgerufen durch nicht artgerechte Fütterung, mangelnder Abrieb der Nagezähne durch pelletiertes Futter, Verhaltensstörungen wie Gitternagen, endloses Kreisen um die eigene Achse, Kannibalismus und Selbstverstümmelungen durch Langeweile. Bis zu 30 % sterben aufgrund der schlechten Haltung und an Infektionskrankheiten! Durch die zahlreichen Krankheiten werden sie oft mit Hormonen und Antibiotika behandelt.

Kaninchen leiden stumm und können sich ihrer Lage nicht entziehen, sind ihr hilflos ausgeliefert. In freier Wildbahn leben Kaninchen in Gruppen mit enger sozialer Bindung. Das Revier eines Familienverbandes beträgt einige Hundert Quadratmeter. Die Tiere graben ausgedehnte unterirdische Bauten mit weit verzweigten Röhrensystemen. Die geselligen Wesen hoppeln und springen vorwiegend in der Dämmerung und wollen sich verstecken können. All diese Verhaltensweisen sind ihnen in der Mast lebenslang verwehrt. Auch die "Hauskaninchen" haben sich nahezu das gesamte Verhaltensrepertoire ihrer wilden Vorfahren erhalten.

Nach mehr als 50 Jahren haben es weder die EU noch die Bundesrepublik Deutschland und schon gar nicht Österreich geschafft, gesetzliche Vorschriften für die Haltung und die Mast von Kaninchen zu erlassen. Auch im vor kurzem von der ÖVP im Alleingang präsentierten Entwurf eines bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes findet man kein Wort über Kaninchen-Käfige. Ja sogar die in fünf Bundesländern bereits verbotene Batteriehaltung von Hühnern soll - geht es nach dem Willen der Agrarindustrie-Lobby und der ihr hörigen ÖVP - wieder erlaubt werden! Bis dahin bleibt nur der Appell an die Bevölkerung, sich über die Kaninchenmast zu informieren, kein Kaninchenfleisch und keine Kaninchenfelle (und
natürlich auch keine anderen Felle) zu kaufen.

Unterstützen Sie uns bzw. www.tierrechtsbewegung.org deshalb mit der online-Petition nach artgerechter Haltung für sog. Mastkaninchen.

 

Rückfragehinweis:  Dr. Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953

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