
28. 04. 2005 - Hoffnung vom neuen Papst für
Tierschutz?
Die "Humane Society", die größte Tierschutz-Organisation der USA (HSUS)
hat kürzlich anläßlich der Wahl des neuen Papstes ihre Hoffnung
ausgedrückt, daß die katholische Kirche ihre Lehre zugunsten einer
humanen Behandlung von Tieren fortsetzen wird. Der verstorbene Papst
Johannes Paul II hatte laut HSUS eine Reihe von Aussagen getätigt,
welche Mitgefühl sowie unsere Verantwortung gegenüber den Tieren
ausgedrückt haben. Die Wahl von Joseph Ratzinger aus Deutschland, jetzt
Papst Benedikt XVI, sei unterstützend für die wachsende internationale
gesellschaftliche Reformbewegung, da auch er die Überzeugung ausgedrückt
habe, daß Tiere mitfühlend behandelt werden müßten und daß jegliche
Grausamkeit ihnen gegenüber christlicher Ethik widersprechen würde.
Als Leiter der katholischen Glaubenskongregation war Kardinal Ratzinger
ein anerkannter Theologe und wurde letztes Jahr von einem deutschen
Journalisten, Peter Seewald, um seine Meinung zum Tierschutz gefragt.
Der zukünftige Papst betonte damals, daß die Menschen Tiere vor
Grausamkeit und Mißbrauch schützen müßten und er fügte hinzu, daß Tiere
als unsere "Mitgeschöpfe" geachtet werden sollten. Während es zwar
gesetzeskonform sei, sie für Speisen zu benutzen, so "können wir doch
nicht mit ihnen machen was immer wir wollen ... Sicherlich stellt die
Art und Weise, wie wir Kreaturen industriell züchten und mästen, wie
z.B. das zwangsweise Gänsestopfen für krankhaft vergrößerte Lebern oder
das Zusammenpferchen von Hennen auf engstem Raum in Käfigen, eine
Degradierung von Lebewesen zu reinen Gebrauchsartikeln dar, was für mich
der gegenseitigen Beziehung von Mensch und Tier, wie sie in der Bibel
angesprochen wird, widerspricht."
"Es ist äußerst bedeutsam, daß das neue Oberhaupt der Katholiken Kirche
die Wichtigkeit betont hat, Tiere mit Mitgefühl und Freundlichkeit zu
behandeln," erklärte Wayne Pacelle, Präsident der Humane Society der
USA. "Indem die Welt immer industrialisierter wird und die Möglichkeiten
der modernen Technologie zunehmen, üben wir auch immer mehr Druck auf
die Tiere aus, und so sind diese - besonders in der Agrarindustrie - oft
zu bloßen Gebrauchsgegenständen degradiert worden. Wir hoffen, daß die
Führer der großen Weltreligionen, einschließlich des neuen Papstes, mit
dazu beitragen werden, daß die Menschheit eine angemessenere Beziehung
zu Tieren finden wird und uns einschärfen, daß Tiere unter allen
Umständen eine respektvolle und mitfühlende Behandlung verdienen."
Siehe auch unter www.hsus.org
Nachsatz/von
Uta Seier-Maltz CIFAM France:
Ich habe Kardinal Ratzinger
seinerzeit sowohl gesehen als auch erlebt, als er noch (umstrittener,
ungeliebter) Erzbischof von München (meiner Heimatstadt) und Freising
war. Viele Münchner (auch ich) waren froh, als er nach Rom berufen
wurde. Die Überarbeitung des katholischen Katechismus geschah im Auftrag
der Glaubenskongregation im Vatikan, mit dem "Großinquisitor" Ratzinger
an der Spitze. Der damalige Papst, als "sein Chef", war
mitverantwortlich. Halbherzige Verlautbarungen genügen nicht, angesichts
des schrecklichen Elends, das die "Ebenbilder Gottes" verursachen, aus
Profitgier, Sadismus, Egoismus etc. Übrigens befürwortet der Katechismus
u.a. auch Tierversuche (siehe weiter unten). Für eine wahrhaft positive
Veränderung bedarf es keines Widerspruchs zum gültigen Katechismus, und
keiner einmaligen Kritik an Hühner-KZs, sondern eines ständigen
Machtworts, das sich dann auch im Katechismus niederschlagen muß!
Was hat Johannes Paul II z.B.
gegen die grausamen Pferdetransporte aus seiner Heimat unternommen, wo
man auf ihn hört? Ausgelaugte Arbeitspferde aus ganz Osteuropa und
Russland - bis aus Sibirien - wurden und werden noch immer unter
unsäglichen Umständen nach Polen, in Sammellager gekarrt, um dann
erbarmungslos weiter nach Frankreich und Italien zum Schlachten
verfrachtet zu werden. Mein Mann und ich haben vor Jahren einen solchen
Foltertransport von Lauterbourg, der 1.Versorgungsstation in Frankreich,
bis zum Schlachthof Carpentras begleitet. Darüber gibt es ein Protokoll.
Mir kommen noch immer die Tränen, wenn ich daran denke! Tagtäglich
rollen hunderte solcher Todestransporte über Schiene und Straße!
Auf unsere vielfachen Bitten an
den Papst und an seinen Großinquistor Ratzinger bekamen wir, wenn
überhaupt, nur Antworten aus Schublade eins, von irgendeinem subalternen
Pater, der sich in dürren Worten zwar wohlwollend über unsere Sorgen für
die Tiere ausließ. Jedoch ohne bezugnehmende Antwort schwenkte er sofort
auf das vatikanische Lieblingsthema um, fordernd, daß wir uns doch
lieber für den Schutz des ungeborenen Lebens einsetzen sollten...
Die nämliche (dämliche) Antwort
bekamen wir auch wegen Kritik an der erzkonservativen Einstellung zur
Geburtenkontrolle (die Leidtragenden sind ja zunächst "nur" Frauen!) und
zur Verhütung von Ansteckung mit Aids und Geschlechtskrankheiten.
Was die gepriesenen Papstreisen
betrifft, die entscheidend zur Popularität des Johannes Paul II
beigetragen haben, so mußten die betreffenden Länder für die nicht
unbeträchtlichen Kosten aufkommen, trotz des immensen Reichtums des
Vatikans! Für wohlhabende Länder mag das ja angehen, jedoch ...
Man fragt sich dann schon, was
wirklich unwürdig ist (siehe Zitat aus dem kath. Katechismus weiter
unten)!
Diese halbherzigen, der Kosmetik
dienenden Erlässe, wiederum im eklatanten Widerspruch zum Katechismus
stehend, kennt man ja. War/ist nur einmal von Vegetarismus die Rede?
Vegetarismus wäre die "Waffe", sowohl gegen das Welthungerproblem, als
auch gegen das Elend der gemarterten und zum Schlachten geschleiften
Tiere. Jesus war Essener, ein strenger Vegetarier. Die übergewichtigen
Kardinäle und Bischöfe folgen Jesum auch darin nicht, ebenso wenig wie
seinem Aufruf zur Armut und Demut - im Gegenteil, sie genießen den Luxus
und frönen ungeniert der "Fleischeslust".
Auf Seite 609 des katholischen
Katechismus, steht in den Paragraphen 2415 bis 2418, daß diese "der
Schöpfung, den Tieren, Pflanzen und leblosen Wesen" gewidmet sind. Ganze
25 Zeilen (!!!) bei einem Textumfang von 717 Seiten, ohne
Registerseiten! Es steht da bei 2417: "Gott hat die Tiere unter die
Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen
hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von
Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der
Arbeit und der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und
wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich
zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu
retten." Und es geht mit 2418 weiter: "Es widerspricht der Würde des
Menschen, Tiere nutzlos(?) leiden zu lassen und zu töten. Auch ist es
unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not
lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die
Liebe zuwenden, die einzig dem Menschen gebührt."
Ich bin also hochgradig unwürdig
und das sehr gern, denn ich gebe viel Geld für Tierschutz aus (was mich
nicht hindert, auch Menschen in Not zu helfen). Ich habe 5 arme Hunde,
ausgesetzte und Straßenhunde, aufgenommen, die ich sehr liebe! Ich liebe
nicht nur meine eigenen Tiere und meine "Gastkatzen", sondern "alle",
ganz besonders die sogenannten Nutztiere!
Die Abspaltung von der
katholischen Kirche u.a. geschah, weil Luther den verschwenderischen
Luxus, die üblen Ausschweifungen und Intrigen sowie die totale
Korrumpierung (Ablaßverkäufe!) im Vatikan unerträglich fand. Recht hatte
der Mann!
Und wenn heute ein Papst Benedikt
XVI, unbestritten hochintelligent und sehr belesen, öffentlich
verlautbart: "... der beste Schutz vor Aids ist die eheliche Treue...",
dann kann man nur aufschreien oder lachen, je nach Temperament. Damit
wird die katholische Kirche lächerlich gemacht. Der Vatikan verbietet
Geburtenkontrolle. Er nimmt somit die Übervölkerung der Erde und damit
Elend, Hunger, Seuchen und Kriege billigend in Kauf. Da auch Kondome
verboten sind, bzw. da diese "durchlässig für das Leben" sein müssen,
hoffen die Verantwortlichen im Vatikan wohl, daß sich die Menschheit
durch Aidsansteckung rasch dezimiert, wie es ja bereits in Afrika
geschieht. Nach neuesten Berichten, will "Papa-ratzi" (wie Ratzinger in
Italien genannt wird), abweichend von seinem leidbringenden
Erzkonservativismus, die Wiederverehelichung Geschiedener erlauben (für
meinen geliebten Mann und mich kommt das leider zu spät, wir lebten -
glücklich - "im Konkubinat", bis zu seinem Tod)! Entweder hat er Kreide
gegessen, oder der Heilige Geist ist über ihn gekommen. Laßt uns hoffen
für Mensch und Tier!
Es gäbe noch sehr viel zu sagen.
Lassen wir's dabei bewenden. Zusammenfassend ist festzustellen, daß die
aktuelle erzkonservative Richtung des Vatikans den Problemen unserer
Zeit nicht gerecht wird und unendliches Elend über Mensch und Tier
gebracht hat.
Zur Lektüre empfehle ich die
Bücher von Peter de Rosa: DER VATIKAN - VON GOTT VERLASSEN? Kirche, Sex
und Tod sowie GOTTES ERSTE DIENER - Die dunkle Seite des Papsttums -
erschienen bei Droemer Knaur.
Rückfragehinweis: Dr.
Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
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