
04. 03. 2003 - Polizeischikanen gegen Tierschützer
Zur Zeit gibt es im ganzen Land, ja sogar in der ganzen
Welt, Demonstrationen und lautstarke Kundgebungen gegen die Kriegsgelüste
von George W. Bush, Tony Blair & Co. 1.500 Menschen gingen am 31.1.03
in Linz auf die Straße und gar 15.000 waren es am 15.2.03 in Wien, ganz
abgesehen von den Millionen, die an diesem Tag weltweit gegen den drohenden
Krieg im Irak demonstrierten.
Mit dabei waren – als jeweils einzige Tierschutzorganisation
– einige AktivistInnen von "Animal Spirit". Unter anderem, um auf die
Millionen von Tieren aufmerksam zu machen, die immer auch – als die
Allerwehrlosesten – in kriegerischen Auseinandersetzungen qualvoll umkommen
oder verstümmelt werden, von denen aber fast niemand spricht, weil die
ganze Aufmerksamkeit primär auf das Leid der Bevölkerung gerichtet ist.
Aber auch, um einmal mehr auf die untrennbaren Zusammenhänge zwischen
Tier- und Menschenleid, v.a. bedingt durch unsere Ernährungsgewohnheiten,
hinzuweisen.
Die TierschützerInnen trugen an diesem 31. Jänner in Linz
Transparente mit der Aufschrift "Gewaltfreiheit – auch gegenüber Tieren",
"Friede beginnt am eigenen Teller" oder "Solange es Schlachthöfe gibt,
wird es Schlachtfelder geben" (Leo Tolstoi). Durchaus Sprüche, die –
bei etwas Nachdenken – direkt oder indirekt mit dem allgemein bekundeten
Friedenswillen in Zusammenhang stehen. Jedoch scheint Nachdenken nicht
eben eine Domaine unserer Polizei zu sein. Denn sobald sich unsere kleine
Gruppe am Rande der Großdemo mit den Transparenten friedlich hingestellt
hatte und den Reden von der Tribüne lauschte, waren auch schon die "Ordnungshüter"
zur Stelle und fragten, war wir da wollen und ob "unsere Demo" überhaupt
angemeldet sei.
Weder unser Hinweis, daß wir angemeldeter Teil der Großdemo
für den Frieden seien, noch die Tatsache, daß dies auch ausdrücklich
vom Veranstalter genehmigt worden war (was dieser dem Einsatzleiter
auch noch vor Ort bestätigte) genügten, um die Beamten zu besänftigten.
Sie sahen sich vielmehr bemüßigt, unser aller Daten aufzunehmen. Und
so flatterte denn auch dieser Tage eine Strafverfügung der BuPolDir
Linz über € 40,- ins Haus mit der Begründung, "Animal Spirit" hätte
"seine Versammlung nicht 24 Stunden vor der Abhaltung schriftlich angezeigt...".
Wir erheben selbstverständlich Einspruch.
Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank von Animal Spirit: "Solange
sich unsere angeblich so überforderte Exekutive mit derartigen Absurditäten
die Zeit vertreiben muß, kann man den Ruf der neuen Bundesregierung
nach Einsparungsmaßnahmen und Personalabbau nur begrüßen. Allerdings
sollte das eingesparte Geld dann für dringend benötigte und bislang
vernachlässigte Tierschutzprojekte zweckgebunden werden!"
Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph
Plank, Obmann Animal Spirit, 0676/7082434
Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Fax: +43 (0) 2774/29 331
email: office@animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK, BLZ 60.000, Kto. 75.694.953