
24. 11. 2003 - Stierkämpfe: Die EU auf der Anklagebank des
"Internationalen Gerichtshofs für Tierrechte"
Jedes Jahr werden allein in Spanien 70.000
Stiere, Kühe und Kälber in den Stierkampfarenen und bei
"Blut-Fiestas" gequält und getötet! Nicht nur das
eigentliche Mords-Spektakel in der Arena ist grausam und einer
"zivilisierten" Gesellschaft unwürdig; bereits die
Vorbereitung der Stiere stellt eine extreme und oft unbekannte Tierquälerei
dar: zuerst werden die Hörner "zubereitet". Ein Augenzeuge:
"Um den Stier unbeweglich zu machen, wird er in einen Kasten
gepfercht, dessen Vorderwand mit Löchern versehen ist. Durch eines
dieser Löcher wird nun das Horn, das genauso schmerzempfindlich ist wie
ein menschlicher Zahn, nach außen gezogen. Mit Hilfe von Küchenmesser
und Hammer wird lebende Materie aufgebrochen, das Messer schneidet ins
Lebendige, für das wehrlose Tier ein furchtbarer Schmerz. Derart verstümmelt,
ist es dem Stier unmöglich, seine einzigen natürlichen Waffen gegen
den Matador einzusetzen."
Zusätzlich werden die Augäpfel mit
Vaseline eingerieben, damit der Stier seinen Peiniger nur undeutlich
wahrnimmt. Eine Dosis Abführmittel (Pfefferzäpfchen!) bewirkt eine
weitere Beeinträchtigung des Sehvermögens sowie des
Bewegungsapparates. Klauen und Beine werden mit Terpentin eingerieben,
welche unerträgliches Brennen hervorruft und den Stier trotz des
Schmerzes zu andauernder Bewegung zwingt. In die Geschlechtsteile werden
abgebrochene Nadeln gestoßen, um den Stier daran zu hindern, sich in
seiner Erschöpfung hinzulegen. Um die Atmung zu erschweren, werden die
Nüstern mit Watte ausgestopft, die bis in den Rachen hinunter reicht.
Schließlich läßt man noch bis zu dreißig Mal einen 100 Kilo schweren
Sandsack auf die Nierengegend des gefesselten Tieres fallen.
Der Stierkampf muß abgeschafft werden !
Aber jeder Kampfstierzüchter erhält schon
jetzt 210 Euro pro männlichem Tier für bis zu 90 Tieren pro Jahr (bis
zu 18.900 Euro pro Züchter). Er kann außerdem Subventionen für
Mutterkühe (200 Euro pro Kuh, werden in Blut-Fiestas gequält und auch
zum "Üben" für Jungmatadore verwendet), für Extensivhaltung
(100 Euro pro Tier) und eine Schlachtprämie (pro erwachsenem Tier 80
Euro, pro Kalb 50 Euro) beantragen.
Allein in Spanien gibt es ca. 1190
Kampfstierzüchter. Selbst wenn sie nur die Sonderprämie für männliche
Rinder erhielten, bedeutet das, daß pro Jahr 22,5 Millionen Euro vom
europäischen Steuerzahler direkt in die Aufrechterhaltung der
spanischen Kampfstierindustrie fließen! Portugal und Frankreich kommen
noch dazu.
Am 23.10.03 stimmte das europäische
Parlament im Rahmen einer Haushaltsdebatte mehrheitlich gegen die
Zahlung von Subventionen für Kampfstierzüchter, was einmalig in der
Geschichte des europäischen Parlaments ist. Dieser Beschluß müßte am
24.11.03 vom Rat der EU-Finanzminister (Ecofin) in Brüssel ratifiziert
werden - sofern dieser Punkt auf der Tagesordnung steht. Animal Spirit
appelliert daher an alle Tierfreunde: "Machen Sie jetzt noch Druck
auf Ihren Finanzminister, gegen diese Folter-Subventionen zu
stimmen!"
Ebenfalls am 24. November 2003 befindet sich die EU in der "Strafsache" der Stierkämpfe symbolisch
auf der Anklagebank des "Internationalen Gerichtshofs für
Tierrechte". Diese dem 3. Jahrtausend unwürdigen Barbareien werden
nicht nur in Spanien, Portugal und Frankreich, sondern leider auch in
der Gesamt-EU als Tradition, Folklore und sogar als "Kultur"
bezeichnet.
An diesem Schauprozeß, der von 9 bis 16
Uhr in der Freien Universität von Brüssel stattfinden wird, sind auch
Mitglieder der österreichischen Tierrechts-Organisation "Animal
Spirit" beteiligt. Deren Obmann, Dr. Franz-Joseph Plank, wurde
aufgefordert, als Vertreter der Veterinärmedizin an der internationalen
Jury teilzunehmen.
Lesen Sie auch unter: www.anti-corrida.de
und www.antistierkampf.de
Rückfragehinweis: Dr.
Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
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