
09. 08. 2004 - Italiener setzen
massenhaft Haustiere im Tessin aus
ROM/BELLINZONA - Das italienische Parlament
hat vor einem Monat die Strafen für die Misshandlung von Tieren verschärft
und Geldstrafen bis zu 10 000 Euro eingeführt. Seither ist die Zahl der
Haustiere, die im Tessin ausgesetzt werden, rasant gestiegen.
In den vergangenen 15 Jahren hat das
Tierheim von Bellinzona im Durchschnitt rund ein Dutzend ausgesetzter
Hunde pro Jahr aufgenommen. "Doch allein in den ersten sieben
Monaten dieses Jahres landeten 80 Hunde bei uns", bestätigte
Armando Besomi, der Präsident des Tierschutzverbandes von Bellinzona,
auf Anfrage eine Meldung des "Corriere della Sera".
Für Besomi besteht kein Zweifel, dass die
Gesetzesverschärfung in Italien dazu geführt hat, dass die Italiener
ihre nicht mehr erwünschten Haustiere vermehrt ins Tessin bringen. In
Italien wurden im Jahr 2003 schätzungsweise 350 000 Hunde oder Katzen
ausgesetzt. Das waren 15 Prozent mehr als im Sommer zuvor.
Gemäss Angaben von italienischen
Tierschutzverbänden sind vier Fünftel dieser Tiere verhungert,
verdurstet oder überfahren worden. Der Rest wurde in Tierheimen
aufgenommen oder an Labors verkauft.
In Bellinzona überwacht seit zwei Jahren
eine Videokamera die Zufahrt zum 10000 Quadratmeter grossen Gelände des
Tierheimes. Besomi kann so genau erkennen, wer nachts heimlich ein Tier
bringt. Verfolgen tut er diese Leute nicht, "sonst setzen sie ihre
Tiere das nächste Mal auf der Strasse aus".
Derzeit haben in seinem Tierheim 62 Hunde
Unterschlupf gefunden. Weil es im Hundegehege nur Platz für 50 Tiere
hat, mussten die übrigen provisorisch in einer grossen Voliere
untergebracht werden. Dazu mussten Besomi und seine Helfer seit Anfang
Jahr noch Platz für rund 200 herrenlose Katzen schaffen.
http://www.tagi.ch/dyn/news/newsticker/401914.html
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