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10. 04. 2006 - Millionenfache Tierquälerei, Deutschland
 

- Pressemitteilung des VgtM-Deutschland -

Millionenfache Tierquälerei soll weiter erlaubt bleiben

„Ein Armutszeugnis für die Politik“ ist die Entscheidung des deutschen Bundesrats vom letzten Freitag, die verfassungswidrige Käfighaltung von Legehennen unter neuem Namen weiterhin zu ermöglichen, meint Sandra Gulla, Vorsitzende von PROVIEH - VgtM e.V. „Wir fordern Bundesminister Horst Seehofer auf, den Verordnungsentwurf in der vorliegenden Form nicht zu unterzeichnen“, so die Juristin weiter. Denn Käfig bleibe Käfig, ob er nun als Kleinvoliere oder Gruppenhaltung betitelt werde. „Fakt ist: Artgemäßes Verhalten ist den Hennen auch dann nicht möglich, wenn ihr Lebensraum aus Draht um wenige Quadratzentimeter erweitert wird“, so Sandra Gulla. Die Verfassungswidrigkeit des Hennenkäfigs und damit indirekt auch von tierquälerischen Haltungssystemen für andere Tierarten stellte das Bundesverfassungsgericht bereits 1999 fest. „Aber wenn es um Geld geht, nehmen es die Herren Ringstorff, Rüttgers und Wulff wohl nicht so genau mit der Verfassungstreue“, greift die PROVIEH-Vorsitzende die Initiatoren der Verordnungs-Änderung an. Das Interesse der Agrarindustrie sei den Herren Ministerpräsidenten offenbar wichtiger als ein Verfassungsgerichts-Urteil und die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Deutschen. Über 80% der Deutschen lehnen die Käfighaltung von Hennen nämlich ab.

Gleichzeitig beschloss der Bundesrat durch Abnicken der unzureichenden EU-Vorgaben, auch die millionenfache Tierquälerei von Schweinen weiter zuzulassen. „Da den Tierschutzverbänden zur Durchsetzung des Staatsziels Tierschutz und des Verfassungsgerichts-Urteils die Hände gebunden sind, hoffen wir nun darauf, dass sich Rheinland-Pfalz zu einer Normenkontrollklage vor dem Verfassungsgericht entschließt“, so Sandra Gulla. Dies werde nach Informationen anderer Tierschutzverbände derzeit geprüft.

Pressestelle

PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V.
Teichtor 10
D-24226 Heikendorf:
Tel. (+49) 0431. 24 82 80

www.provieh.de, info@provieh.de

 

Rückfragehinweis:  Dr. Franz-Joseph Plank, (+43) 0676/7082434

 

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