
04. 10. 2003
- 10-17 Uhr:
Große Tierschutzveranstaltung am Salzburger Residenzplatz!
Bilder, copyright Animal
Spirit, (bitte anklicken):
Am Samstag,
den 4.10.2003 war wieder Welttierschutztag. "Animal Spirit"
beteiligte sich am großen Tier-Aktionstag am Salzburger Residenzplatz,
organisiert vom "Verein für innovative Projekte". Wir sind
gegen die Verwässerung des Tierschutzes sowie für mehr Bewußtseinsbildung
in Bevölkerung und Schulen eingetreten.
Neues Bundes-Tierschutzgesetz - Fortschritt oder
Rückschritt?
Am 27. September 2003 ist in Salzburg, anläßlich des Europäischen
Tierschutzkongresses, erstmals durchgesickert, was viele Tierschützer
seit längerem befürchteten: Das neue Bundestierschutzgesetz, welches
jahrzehntelang von der ÖVP blockiert worden war, aber kurz vor der letzten
Nationalratswahl doch noch als "Wahlzuckerl" von BK Schüssel
zugesagt wurde, wird seit einigen Monaten im Bundeskanzleramt hinter
verschlossenen Türen verhandelt. Allerdings ausschließlich mit Beamten,
ohne Beteiligung von Opposition und schon gar nicht von Tierschutzorganisationen
oder unabhängigen Experten.
Bei diesem Tierschutzkongreß "plauderte" nun erstmals ein
an den Verhandlungen direkt beteiligter Amtstierarzt über das noch im
Oktober als offizielle Regierungsvorlage in Sachen Bundestierschutzgesetz
zu präsentierende Papier. Sämtliche Befürchtungen engagierter Tierschützer,
daß dieser "Fortschritt" wohl eher als Rückschritt zu bezeichnen
sein wird, scheinen sich zu bewahrheiten. So werden nicht etwa die positiven,
in den letzten Jahren mühsam erstrittenen Errungenschaften der einzelnen
Ländergesetze in das neue Bundesgesetz eingebracht, sondern im Gegenteil,
die meisten wieder gestrichen. So etwa das Käfigverbot für Legehühner
in den Bundesländern Wien, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg.
Auch soll es kein Verbot von grausamen Tierversuchen, kein Verbot des
als extrem barbarisch bekannten Schächtens und keinerlei Grundrechte
für Tiere, auch nicht für die großen Menschenaffen, geben.
Ebenfalls ganz vehement abgelehnt wird von Agrarlobby und ÖVP das im
Tierschutz-Volksbegehren 1996 von fast 460.000 Bürgern geforderte Verbandsklagerecht
der Tierschutzorganisationen sowie eine unabhängige Tieranwaltschaft.
Diese würde nämlich endlich eine effektive Exekutierung der Tierschutzbestimmungen
von unabhängiger Seite ermöglichen. Denn eine solche ist bislang in
erster Linie an der chronischen Untätigkeit der Behörden und am eklatanten
Interessenskonflikt der Amtstierärzte (Vollzugsorgan von Tierschutzbestimmungen
einerseits und von Klienten abhängiger Praxisinhaber andererseits) gescheitert.
Genauso wenig wird im Regierungs-Entwurf des Tierschutzgesetzes die
finanzielle Förderung des Tierschutzes durch die öffentliche Hand enthalten
sein. Auch in Zukunft werden somit Tierschutzorganisationen mit den
immer weniger fließenden Spendengeldern immer mehr wichtige Anliegen
durchkämpfen müssen. Ein weiterer Punkt betrifft die de-facto-Abschaffung
des bislang vorbildlichen österreichischen Tiertransportgesetzes mit
seiner strikten Zeit- und Kilometerbeschränkung "zugunsten"
der völlig unzureichenden EU-Richtlinien. Diese erlauben praktisch unbeschränkte
Transporte quer durch Europa, oft bis in den Nahen Osten, gefördert
mit Milliardensummen an unseren Steuergeldern.