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03. 12. 2004 - Neue EU-Tiertransport-Regelung - bei der Tierquälerei bleibt alles beim Alten

Ende November haben die EU-Agrarminister getagt und wieder einmal kaum nennenswerte Verbesserungen für die leidgeprüften Transporttiere beschlossen. Strengere Vorschriften in den wirklich wichtigen Punkten, nämlich bei Transportzeiten, Ruhepausen und Ladedichten, wurden ausgeklammert und bis ins nächste Jahrzehnt verschoben! Damit steht fest, daß die Leiden von Millionen von Tieren, die quer durch die nun stark erweiterte EU transportiert werden, in den nächsten Jahren unvermindert weitergehen werden. Schweine und Pferde etwa können so weiterhin 24 Stunden ohne Unterbrechung transportiert werden. Eine absolute Beschränkung der Transportzeit auf 8 Stunden - wie seit Jahren von Tierschützern und sogar einzelnen Politikern gefordert - ist somit wieder einmal auf unabsehbare Zeit verschoben.

Die Neuregelung für Tiertransporte, die v.a. einige technische Verbesserungen im Bereich Lüftung, Temperaturregelung sowie Satellitennavigation beinhalten sollen, tritt 2007 in Kraft. Seit Jahren decken Tierschützer und Journalisten immer wieder unvorstellbare Grausamkeiten bei "Schlachttier"-Transporten auf, die dann von den Behörden und Politikern regelmäßig als "Einzelfälle" abgetan werden. Man sieht in den Videos zusammengepferchte Pferde, Rinder, Schweine, Schafe oder Hühner, die durstig, schmachtend oder frierend, zu Tode erschöpft, schwerverletzt oder schon sterbend tage- bis wochenlang auf LKWs und Schiffen unterwegs sind - oft bis in den Libanon, die Türkei oder nach Ägypten.

Mit der neuen EU-Richtlinie haben sich die Transportbedingungen für die Tiere praktisch nicht verbessert. Man wollte wieder einmal niemandem wehtun - schon gar nicht den neuen Mitgliedsstaaten, von wo ja die meisten "Schlachttier"-Transporte kommen - und gab ausschließlich den Profitwünschen der Händler- und Frächterlobbies nach. Die Bedürfnisse der Tiere spielten praktisch keine Rolle.

So sind nach wie vor Transporte über mehrere Tage erlaubt, wenn die LKWs nur ein Belüftungssystem, Einstreu und Versorgungsmöglichkeiten aufweisen. Ob die Tiere z.B. auch wirklich in der Enge der Ladefläche an die 2 Tränken gelangen - oder ob diese überhaupt funktionieren -, interessiert niemanden. Weiterhin dürfen die Tiere zwischen 19 und 29 Stunden ununterbrochen auf dem Lastwagen sein. Dann sollten sie für 24 Stunden in sog. Versorgungsstationen ausgeladen werden, was allerdings in den wenigsten Fällen eingehalten wird, bevor der Transport - beliebig lang - fortgesetzt werden kann. Kontrollen gibt es de facto keine. Denn "Zeit ist Geld". Zudem gibt es diese Versorgungsstationen weder jetzt noch wird es sie in Zukunft in ausreichender Menge und Funktionsfähigkeit geben.

Das alles wird erst profitabel durch die immer noch sehr hohen Exportsubventionen, um die permanente Überproduktion von "Fleisch" in den EU-Ländern abzubauen, anstatt das Übel bei der Wurzel zu packen. So werden weiterhin Schweine aus Holland oder Spanien bis nach Ungarn oder Pferde aus Litauen bis nach Süditalien zum Schlachten gekarrt werden, ohne daß es jemand beanstandet - weil es "der Markt" so verlangt.

Die Agrarminister haben sich damit auch gegen die wiederholte Forderung des Europaparlaments - zuletzt im März 2004 - hinweggesetzt, Tiertransporte zum Zweck der Schlachtung und der Mast strikt zu begrenzen. Leider stimmt auch Österreich stimmte dieser "Neuerung" zu!

In einigen Bereichen beinhaltet die neue Regelung sogar Verschlechterungen gegenüber der jetzigen Situation. So können Ferkel in Zukunft schon drei Wochen nach der Geburt transportiert werden, Kälber bereits nach zehn Tagen, Lämmer ab einer Woche. Und Spezialfahrzeuge müssen erst ab einer Fahrzeit von 12 Stunden, nicht wie bisher ab 8 Stunden verwendet werden.

Animal Spirit fordert daher zum wiederholten Male:

  a.. Stop der Subventionen für Lebendtiertransporte in Drittstaaten
  b.. Strenge europaweite Kontrollen wenigstens der geltenden Vorschriften
  c.. Absolute Begrenzung der Lebendtransporte auf max. 8 Stunden.

Protestbriefe können gerichtet werden an den neuen EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz,

Herrn Markos Kyprianou,
200, rue de la Loi,
B - 1049 Brüssel.

 

Animal Spirit
Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112
3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330 Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK, Kto. 75.694.953

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