
21.
01. 2006
- Dr. Rüdiger Dahlke
über die Vogelgrippe
Dr. Rüdiger Dahlke über die Vogelgrippe
(Alternativmediziner,
Psychotherapeut und Autor)
Vogelgrippe - Gefahr für die Menschheit oder Panikmache?
Nie haben sich so viele Menschen gegen Grippe impfen
lassen wie gerade jetzt - angesichts der angeblichen Bedrohung durch die
Vogelgrippe. Ärzte, die sich nur von medizinischen Erwägungen leiten
lassen, müssten die Welt nicht mehr verstehen! Gegen Vogelgrippe kann
man gar nicht impfen, weil das noch gar kein Krankheitsbild des Menschen
ist. Man müsste schon mit Vögeln vögeln, um in Gefahr zu geraten, sich
diese Vogelkrankheit einzufangen.
Die medizinischen Fakten sind klar, werden aber
konsequent ignoriert. Bisher kann das Virus nur zwischen Vögeln und bei
sehr nahem Körperkontakt von Vögeln auf Menschen übertragen werden,
nicht aber zwischen Menschen.
Wer also auf intimeren Kontakt mit fremden Vögeln
verzichtet, ist gar nicht gefährdet. Natürlich könnte das Virus - wie es
schon einmal vor vielen Jahrzehnten geschehen ist - mutieren und dann
auch Menschen direkt gefährden. Erst dann könnte man auch überhaupt
einen Impfstoff dagegen entwickeln. Wieso das gerade jetzt geschehen
sollte, wo es in den letzten 100 Jahren nur einmal passierte, bleibt
wissenschaftlich völlig im Nebel. Wahrscheinlich stecken auch weniger
wissenschaftliche als industrielle Interessen dahinter.
Das Virenmittel Tamiflu, bis dahin ein völliger
Ladenhüter, ist plötzlich der Renner geworden und lagert in privaten
Kühlschränken, die ersten Übereifrigen sollen sehr zu ihrem Schaden
schon davon gekostet haben, einige seien sogar schon daran gestorben,
wollen Gerüchte wissen. Diese Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls höher
als die an Vogelgrippe zu erkranken. Auf jeden Fall werden wir gerade
Zeuge, wie aus einem fast unverkäuflichen Mittel ein absoluter Renner
gemacht wird. Warum auch seriöse Journalisten sich an diesem Spiel mit
der Angst beteiligen, bleibt schleierhaft. Wenn man nicht gerade eine
neue Verschwörungstheorie entwickeln will, wovon ich wirklich nichts
halte, dürfte es sich am ehesten um eine Art Kettenreaktion handeln,
nachdem an irgendeiner "wichtigen" Stelle eine entsprechende Information
eingespeist wurde. Dabei ist die nun entstandene Situation wirklich
insofern bedrohlich, als durch die gnadenlose auf allen Kanälen
betriebene Angst- und Panikmache tatsächlich das Immunsystem geschwächt
und die minimale Wahrscheinlichkeit auf eine Epidemie erhöht wird. Die
Psychoneuroimmunologie, jene Wissenschaft, die die Auswirkungen der
Seele auf unsere Abwehrkraft untersucht, lässt keinen Zweifel daran,
dass wenig so anfällig macht wie gerade Angst. In diesem Sinn ist dieser
Artikel auch als Therapie gedacht.
Warum solche Angstmache überhaupt funktioniert, dürfte
vor allem an unserer grundsätzlichen Gefährdung in dieser Welt liegen.
Potentielle Gefahren gibt es tatsächlich unzählige, die Frage ist, wie
wir damit umgehen. Zecken waren auch lange harmlos, bis sie sich
plötzlich in doppelter Hinsicht zur Bedrohung "auswuchsen". Aids kam aus
heiterem Himmel, und was wäre, wenn es ab morgen nicht nur durch
Spritzennadeln, sondern auch von Mücken übertragen würde? Das Leben ist
prinzipiell gefährlich, und der Mensch folglich grundsätzlich bedroht.
Daran konnte unsere moderne Lebensform noch wenig ändern. Insofern ist
eine Grundangst geradezu natürlich, etwas anderes aber ist es, wenn sie
ausgenutzt wird. Und das hat leider Tradition. So wurde jahrzehntelang
mit dem alten Impfstoff vom vergangenen Jahr gegen die normale Grippe
geimpft hat, weil man gar keinen aktuellen zur Verfügung hatte. Das war
ein zwar medizinisch sinnloses, aber trotzdem gutes Geschäft. So ähnlich
impft man jetzt gegen etwas, das gar keinen Zusammenhang mit der
Bedrohung hat. Dahinter könnte man Methode wittern, besonders wenn man
weiß, dass die Impflust der Bevölkerung drastisch nachgelassen hatte.
Nur schwer sind nämlich viele von Impfungen zu überzeugen, obwohl diese
- wenn man der Schulmedizin glaubt - gar nicht schaden können. Die
Menschen wissen es mit Recht besser, wie ich an den Zuschriften sehe,
die ich zu dem kritischen Impfkapitel im Buch "Aggression als Chance"
bekomme. Vor allem Mütter sind froh, eine ganze Menge medizinische, das
heißt, von einem Arzt zusammengestellte Gründe gegen die Impforgie an
die Hand zu bekommen, wenn sie ihre Kinder davor bewahren wollen und
nicht wissen, wie sie sie gegen manche Ärzte und deren Argumente in
Schutz nehmen sollen, besonders wenn letztere angstmachenden und sogar
bedrohenden Charakter annehmen.
Die Angst vor der Vogelgrippe wird - meiner Meinung nach
- ausgenutzt, die Impfbereitschaft der Bevölkerung wieder zu erhöhen und
hat hier auch schon Beachtliches für die entsprechende Industrie
geleistet. An Stelle der Impfmüdigkeit sind nun die Impfstoffe erstmals
seit Jahren in den deutschsprachigen Ländern ausgegangen. Im nächsten
Jahr wird das sich daraus ergebende Verknappungsmanagement der Industrie
noch ganz andere "Erfolge" bescheren. Wie wird nun so etwas in Szene
gesetzt?
Der erste Schritt war wohl die Umbenennung von
Vogelpest, wie man bis vor einigen Jahren sagte, in Vogelgrippe. Mit dem
Wort "Pest" lässt sich heute kaum noch Wind machen, Grippe aber ist
immer als Gefahr im Bewusstsein der Menschen. Also hat man flugs den
Namen geändert, auch wenn es dafür keinerlei inhaltliche Gründe gab. Das
würden gute Werbestrategen nicht anders vorgeschlagen haben.
Ähnliches haben wir die letzten Jahre schon mit SARS
erlebt, um das es erst still wurde, seit wir die neue Grippe haben
beziehungsweise sie uns "angedroht" wird. An der asiatischen
Lungenentzündung SARS ist - wie nicht anders zu erwarten - hierzulande
niemand gestorben. Aber in jedem Jahr sterben allein in Deutschland über
30.000 Menschen an ganz normaler Lungenentzündung, weil die Antibiotika
infolge Resistenzentwicklung durch kritiklos übertriebene Anwendung
vielfach unwirksam geworden sind. Davon berichten die Medien aber nie!
Auch nicht davon, dass eine einzige Antibiotikakur in den ersten beiden
Lebensjahren eines Kindes dessen Wahrscheinlichkeit, später Allergiker
zu werden, um über 50 % erhöht! Was all die Mehrfachimpfungen in dieser
Hinsicht anrichten, wurde bisher nicht einmal untersucht. Warum wohl?
Nun bin ich gar nicht gegen Antibiotika, im Gegenteil ich möchte sie uns
bewahren für wirklich bedrohliche Situationen, denn die 30 000 Toten
durch Lungenentzündung wären vermeidbar durch verantwortlicheren Umgang
mit diesen im wirklichen Notfall unersetzlichen Mitteln.
Wenn wir schauen, was wem nutzt, zeigt sich, dass die
Panikmache bezüglich Vogelgrippe ein gefundenes Fressen für die Impf-
und die übrige Pharmaindustrie ist und im Nebeneffekt noch ein schöner
Schlag gegen die ökologische Landwirtschaft, jedenfalls sofern sie
Federvieh züchtet. Einen anderen Sinn kann ich darin nicht erblicken,
denn not-wendige Information ist das so jedenfalls nicht, eher das
Gegenteil: abwehrschwächende Panikmache.
Die Aktion, die Hühner einzusperren war an
Lächerlichkeit durch nichts zu überbieten. Die Wahrscheinlichkeit, dass
ein deutsches Huhn durch ein von einem überfliegenden asiatischen Vogel
fallengelassenen Kotklümpchen getroffen und sich dieses freiwillig
einverleiben würde, liegt deutlich unter der Wahrscheinlichkeit, dass
das arme Huhn von einem Meteoriten erschlagen wird. Insofern könnten wir
dann alle Hühner und uns selbst ständig einsperren. Auch die Gefahr von
Teilen abstürzender Flugzeuge erschlagen zu werden, wäre in diesem
Zusammenhang völlig neu zu diskutieren und sollte mindestens Politiker
ermuntern, über eine allgemeine Helmpflicht nachzudenken.
Was aber kann tun, wer die gezielte Panikmache
durchschaut? Wir könnten den aufgezwungenen Anlass nutzen, uns unserer
grundsätzlichen Bedrohung bewusst zu werden. Immerhin bekommen 50 %
unserer Bevölkerung heute im Laufe ihres Lebens Krebs, 30 % eine
Psychose und 40 % Allergien, von Depressionen ganz zu schweigen. In
dieser Hinsicht könnten wir wirkliche Vorbeugung im Sinne von "Krankheit
als Symbol" treiben und uns unseren Lebensaufgaben stellen, unsere
anstehenden Themen herausfinden und annehmen und unseren Weg finden und
mutig gehen. Wer jetzt auf die Panikmache mit Angst oder Betroffenheit
reagiert hat, könnte sich auch mit seiner grundsätzlichen
Angstbereitschaft mit einem Programm wie "Angstfrei leben" in
konstruktiver Weise beschäftigen.
Bezüglich der Vogelgrippe aber könnten wir erst einmal
entspannen. Die Macht unserer Massenmedien ist zwar schon gewaltig, aber
eine Epidemie herbei zu schreiben, wäre etwas Neues und eher
Unwahrscheinliches, aber wahrscheinlich nichts Unmögliches.
Bezüglich Impfungen: Aggression als Chance (Bertelsmann)
Bezüglich Vorbeugung: Krankheit als Symbol (Bertelsmann)
Bezüglich Angst: CD Angstfrei leben (Goldmann-Arkana)
Aus: DAHLKE-INFO No. 01/06
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