
21. 06. 2010 - Walkonferenz will kommerziellen
Walfang wieder erlauben!
Unterzeichnen Sie auch die ONLINE PETITION:
http://www.avaaz.org/de/whales_72hrs_left/?cl=623981034&v=6666
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Die deutsche
Wildtierschutz-Organi-sation "Pro Wildlife" hat einen
Online-Protest
an die spanische EU-Ratspräsidentschaft ins Netz
gestellt: "Auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission
(IWC, 21.-25. Juni 2010 in Marokko) soll ein fataler Kompromiß
diskutiert werden. Die vorgeschlagene Vereinbarung würde die drei
größten Erfolge im Walschutz der letzten Jahrzehnte zunichte machen: Das
seit 1986 geltende kommerzielle Walfangverbot würde aufgehoben.
Ausgerechnet im Antarktisschutzgebiet sollen Fang-quoten genehmigt
werden. |
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Und die Vereinbarung könnte das Ende
des internationalen Handelsverbotes für Wale bedeuten.
Der geplante „Kompromiß“ soll ausgerechnet die Länder belohnen, die seit
vielen Jahren den Walschutz unterwandern und die internationale
Staatengemeinschaft mit immer höheren Fangquoten und die Jagd auf immer
neue Walarten provozieren: Japan, Island und Norwegen..."
Agadir, Marokko: Schmiergelder und Prostituierte
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Pünktlich zum
Tagungsbeginn gab es in Agadir einen Paukenschlag: Der IWC-Vor-sitzende
Anthony Liverpool aus Antigua und Barbuda steht unter
Korruptionsverdacht. Wie englische Reporter enthüllten, werden all seine
Spesen von Japan bezahlt. Trotz-dem soll Liverpool die Verhandlungen
weiter leiten. Als Vorsitzender hat Liverpool maßgeblichen Einfluß auf
den Inhalt des Deals. Bereits vor einigen Tagen hatte ein anderer
Artikel der Sunday Times aufge-deckt, wie Japan sich die
Stimmen von Entwicklungsländern erkauft: Schmiergeld und Prostituierte –
diese schmutzigen Praktiken der Walfänger sind seit langem bekannt,
konnten aber selten so deutlich enthüllt werden. |
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Als wäre nichts gewesen, eröffnete dennoch heute der
Vorsitzende die 62. Jahrestagung der IWC. Kein Wort zu den
Bestechungsvorwürfen gegen ihn
– im Gegenteil, man gratulierte ihm zu seinen Bemühungen um den
geplanten Kompromiß.
Hohe Fangquote für stark gefährdete Arten befürchtet
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Der immer größer werdende
Druck von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder Sea Shepherd
war hauptsächlich verantwortlich dafür, daß die IWC 1986 dieses
Moratorium für den kommerziellen Walfang beschlossen hat. Aber diese
symbolträchtigste Errungenschaft für den Artenschutz steht nun zur
Disposition. |
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Bei der heute beginnenden
Jahrestagung der IWC, in der sich Walfang-Gegner und -Befürworter seit
Jahrzehnten unversöhnlich gegenüber sitzen, soll nämlich ein Kompromißpapier verhandelt werden, das Japan,
Island und Norwegen zehn Jahre lang wieder die Jagd erlaubt!
Bis zu 1400 Tiere, darunter auch eine gewisse Anzahl der stark bedrohten
Finn- und Buckelwale, sollen danach wieder zum Abschuß freigegeben
werden. Auch die Öffnung eines bestehenden Walschutzgebiets im
Südpolarmeer sieht der Vorschlag vor. Im Gegenzug soll der Handel mit
Walfleisch verboten bleiben.
Seit Beginn des Moratoriums haben Walfänger zudem schon rund 33.000
Großwale erlegt. Japan hing der Jagd dabei das Deckmäntelchen des
"wissenschaftlichen Walfangs" um, ohne jemals den von der IWC
geforderten Nachweis über neue Erkenntnisse zu bringen. Norwegen und
Island fühlten sich nicht unbedingt an das Fangverbot gebunden, nutzen
Schlupflöcher und machten über die Jahre hinweg immer wieder umstrittene
Sonderrechte geltend.
EU im Zwiespalt
Tierschutz-Organisation wie Pro Wildlife oder WDCS kritisieren nicht
nur, daß der Kompromißvorschlag mit seinen Quoten für die besonders
bedrohten Finn- und Buckelwale eine drastische Erhöhung im Vergleich zu
den derzeitigen Fangzahlen bedeuten würde. Sie fürchten vor allem, daß
sich das Moratorium nach seiner zehnjährigen Aussetzung nicht mehr
wieder installieren läßt und auch andere Länder über kurz oder lang in
den Walfang drängen.
Welchen Ausgang das Treffen in Agadir letztlich nehmen wird, dürfte aber
vor allem von den EU-Staaten abhängen. Dänemark, das der Walfangnation
Island die Stange hält, und Schweden sind mit dem Kompromißvorschlag
einverstanden. Großbritannien, Deutschland, Belgien und auch Österreich
sind dagegen. Einigt sich die EU nicht, müßten sich die Länder laut
Informationen der "Süddeutschen Zeitung" an das Europarecht halten und
womöglich auf ihre Stimmabgabe verzichten. Die Walfang-Befürworter
würden sich damit durchsetzen.
Quelle:
Wiener Zeitung
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
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